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Fachinformationen - Al-Khurma Virus (AHFV)


Al-Khurma Virus (AHFV)

Erreger:
Flavivirus (Gruppe B), 1994 erstmals in Saudi Arabien östlich von Djjddah und Mekka im Distrikt Al Khurma nachgewiesen.  Das Virus besitzt Ähnlichkeiten mit dem Kyasanur Forest Virus (Karnataka, Indien)
Verbreitung:
Unbekannt, sicher in den Provincen Najran und Makkah in Saudi-Arabien.
Infektionsweg:
Überträger sind Zecken (überwiegend Ornithodoros savignyi) von März bis Oktober. Andere Vektoren sind unwahrscheinlich aber noch nicht sicher ausgeschlossen. Der Mensch ist ein Zufallswirt. Natürliche Reservoire sind wahrscheinlich Schafe, Hasen, Nager oder Kamele. Der Infektionsweg auf den Menschen ist nicht sicher bekannt. Vornehmlich sind Schlachter betroffen, die rohes Fleisch verarbeiteten (transkutan? Haut-Wunden?). Ferner sind Zeckenstiche als Infektionsquelle möglich oder rohe Milchprodukte von Schafen oder Kamelen. Es ist keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung bekannt. Publiziert wurden 11 Fälle von 1994-1999 (Charrel, 2005) und 37 Fälle von 2001-2003 (Madani, 2005). Zwischen Ende 2009 und Anfang 2010 wurden aus den Provinzen Najran und Makkah sieben Fälle gemeldet (Promed 2010).
Inkubationszeit:
3-8 Tage
Symptomatik:

Diagnostik:
PCR, bei der Serologie Kreuzreaktionen mit anderen Flaviviren
Thrombozytopenie, Leukopenie, Proteinurie, verlängerte Gerinnungszeichen, Erhöhung der Transaminasen
Differentialdiagnose:
Andere Viruserkrankungen, u.a. Dengue
Therapie:
Symptomatisch
Prophylaxe, Immunität:
Zeckenschutz (Kleidung, Repellentien)
Gesetzliche Regelungen:
Viral bedingte Meningoenzephalitiden sind in Deutschland bei Erkrankung und Tod meldepflichtig.
 

 

 

HEF, MG, 21.05.2010