Fachinformationen - Dengue Kurztext
Dengue-Fieber
Erreger:
Flavivirus (RNA), 4 unterschiedliche Subtypen (1-4)
Verbreitung:
Tropische und subtropische Gebiete: Südost-Asien, Südpazifik, Afrika, Mittel- und Südamerika, Karibik. Hämorrhagisches Dengue-Fieber (DHF) v.a. im südostasiatischen Raum; jedoch wurden in den letzten Jahren auch Ausbrüche von DHF in Kuba, Puerto Rico, Venezuela und Brasilien beobachtet.
Infektionsweg:
Aedes spez. (Stechmücken), insbesondere Aedes aegypti (tagaktiv, stechen hauptsächlich in der Dämmerung)
Inkubationszeit:
3-14 (in der Regel 7-10) Tage
Symptomatik:
Man unterscheidet drei Verlaufsformen:
- Klassisches Dengue-Fieber: Fakultatives Prodromalstadium mit Konjunktivitis und Koryza. Abrupter Fieberanstieg (40°C), häufig mit Schüttelfrost, begleitet von charakteristischen starken Muskel- und Gelenkschmerzen ("Knochenbrecher-Fieber"), starken Kopfschmerzen und retroorbitalen Schmerzen. Febris continua für 48-96 Std., relative Bradykardie, Hypotension. Das Auftreten eines blassen Exanthems sowie Splenomegalie und generalisierte Lymphknotenschwellung sind häufig. Schnelle Entfieberung mit profusem Schwitzen (fieberfreies Intervall kann jedoch auch fehlen). Erneuter Fieberanstieg nach 1-2 Tagen, gleichzeitiges Erscheinen eines skarlantiformen bis makulopapulösen Exanthems (gesamter Körper außer Gesicht). Meist wird ein mäßiger Transaminasenanstieg beobachtet. Dengue-Trias: Fieber; Exanthem; Gelenk-, Muskel-, Kopfschmerzen. Häufig prolongierte, wochenlange Rekonvaleszenz.
- Milde atypische Verlaufsform:Ähnliche Symptomatik wie bei der klassischen Verlaufsform, jedoch milder und maximal 72 Std. anhaltend.
- Dengue Hämorrhagisches Fieber (DHF), Dengue Schocksyndrom (DSS): Hauptsächlich sind Kinder und Jugendliche in Endemiegebieten betroffen, besonders hellhäutige Kinder männlichen Geschlechtes. Schneller Fieberanstieg, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen, Dyspnoe (Bronchopneumonie, Myokarditis). Beginn der Schocksymptomatik 2-6 Tage nach Krankheitsbeginn, Blutungsneigung: Petechien, Purpura, Epistaxis, Hämatemesis, subarachnoidale Blutungen, Thrombozytopenie, Hämokonzentration. Gute Prognose bei der klassischen Verlaufsform; Kinder häufig mildere Verlaufsform als Erwachsene. Bei DHF/DSS liegt die Letalität zwischen 6 und 30%, v.a. Kinder < 1 Jahr.
Diagnostik:
- Virusnachweis aus dem Blut (während der ersten 3-7 Krankheitstage)
- Anzucht in Gewebekulturen oder Babymäusen
- Versand von Vollblut oder Serum (ca. 4°C, Kühlkette muß gewährleistet sein)
- Detektion von viraler RNA mittels PCR
- Serologie: NT, HHT, KBR, ELISA, IFNachweis von spezifischen Antikörpern (ab 8.-10. Krankheitstag). Nachweis von spezifischem IgM oder Titeranstieg von spezifischem IgG sind beweisend (Kreuzreaktionen mit anderen Flaviviren sind möglich).
Differentialdiagnose:
Gelbfieber und andere Arbovirusinfektionen, Typhus, Malaria, Masern, Röteln.
Therapie:
symptomatisch
Prophylaxe, Immunität:
Schutz vor Mückenstichen. Eine durchgemachte Infektion sorgt für eine langanhaltende, typenspezifische Immunität, kein Schutz vor Infektion mit den anderen Dengue-Subtypen. Im Gegenteil, niedrige Antikörpertiter gegen einen der vier Subtypen können einen foudroyanten Krankheitsverlauf - Enhancement - bei Infektion mit einem anderen Subtyp hervorrufen.
Gesetzliche Regelungen:
Viral bedingte hämorrhagische Fieber sind meldepflichtig bei Verdacht, Erkrankung und Tod.
MG, 17.06.2009