Reiseinformationen - Diabetes
Diabetes
Diabetes mellitus muss die Reisetauglichkeit für Fernreisen in tropische Klimazonen nicht grundsätzlich einschränken. Reisegesundheitsrisiken sind bei Diabetikern gering, wenn sie durch Schulungen eine Sicherheit im Umgang mit ihrer Erkrankung erworben haben, die Stoffwechsellage weitgehend stabil ist und schwerwiegende Organschäden (z.B. der Niere, der Augen) ausgeschlossen sind.
Einige für Diabetiker besonders wichtige Risikofaktoren sind bei Auslandsreisen unausweichlich: unbekannte Nahrungsmittel und unregelmäßige Mahlzeiten, Belastung durch Klimawechsel, Reisestress, erhöhte Risiken durch Infektionen und verändertes Aktivitätsniveau.
Sicheres und entspanntes Reisen erfordert daher besonders bei Diabetikern eine eingehende Vorbereitung und Vorsorge.

Vor Reiseantritt
- Die Reise sollte mit dem Hausarzt besprochen werden, insbesondere wenn zusätzliche Erkrankungen bestehen
- Diabetiker sollten über einen guten Impfschutz verfügen. Sie haben im Vergleich zu Stoffwechsel-Gesunden zwar in der Regel kein erhöhtes Infektionsrisiko, Erkrankungen können aber bei ihnen schwerer verlaufen und Verletzungen langsamer heilen
- Die Versorgung mit medizinischem Gerät (Ersatzmessgerät und Ersatzbatterie!) und gewohnten Insulinpräparaten/oralen Antidiabetika in doppelt ausreichender Menge für die gesamte Reisezeit ist ratsam (zusätzlich: Glukagon). Kleine Kühltaschen für Diabetiker sind in Apotheken erhältlich. Es kann hilfreich sein, sich in der jeweiligen Auslandsvertretung über die im Land erhältlichen Medikamente zu informieren oder ein ärztliches Rezept über entsprechende Generika (= chemische Substanznamen) mitzunehmen
- Es ist empfehlenswert, einen Diabetikerausweis und einen Hinweis auf zuständige medizinische Versorgung im Ausland (Arzt/Krankenhaus) bei sich zu führen. Zusätzlich kann ein ärztliches Attest über die medizinische Notwendigkeit von Spritzen, etc. am Grenzübergang nützlich sein
- Der Versicherungsschutz für Auslandsaufenthalte, einschließlich ggf. erforderlicher Rückholmaßnahmen, sollte geklärt werden.
Während der Reise
- Wenn während des Fluges Spritzen (z.B. für Insulin) benötigt werden, müssen diese bei den Airlines vor Flugantritt angemeldet werden
- Medikamente und medizinische Utensilien gehören ins Handgepäck! Verspätungen oder Gepäckverlust sind immer möglich, und bei den sehr niedrigen Temperaturen im Gepäckraum des Flugzeuges können die Medikamente leicht Schaden nehmen
- Insulin gehört nicht in den Kofferraum, ins Sonnenlicht, auf Eis! Es sollte lichtgeschützt und kühl (zwei bis acht Grad Celsius) aufbewahrt werden. Zeigt Insulin eine bräunliche Verfärbung oder ein weißlich-schlierig-klumpiges Aussehen, ist es verdorben und unwirksam
- Anpassung der Insulindosis während der Reise durch mehrere Zeitzonen (sechs und mehr Stunden Zeitdifferenz):
- Auf jeden Fall Unterzuckerungen vermeiden! Häufig Blutzucker messen!
- Da die Unterzuckerung auf Reisen besonders gefährlich ist, sollte der BZ etwa bei 120 mg/dl gehalten werden (BZ-Normalwert zum Vergleich: 60-100 mg/dl)
- Reisen gen Osten verkürzen den Tag und verringern die erforderliche Insulinmenge, z.B.: Verkürzung des Insulin-Injektionsintervalls plus Verringerung der Insulindosis um zwei bis vier Prozent der Tagesdosis pro Stunde Zeitverschiebung
- Reisen gen Westen verlängern den Tag und erfordern mehr Insulin und eine erhöhte Nahrungszufuhr, z.B.: Verlängerung des Injektionsintervalls um zwei bis drei Stunden (betrifft die nächsten zwei geplanten Injektionen) und Erhöhung der Insulindosis um zwei bis vier Prozent der Tagesdosis pro Stunde Zeitverschiebung
- Die Einnahme oraler Antidiabetika erfolgt wie üblich gemäß Ortszeit.
Weitere Informationen finden Sie beim Deutschen Diabeteszentrum:
Universität Düsseldorf
Am Reiseziel
- Zur Vermeidung oder zur Behandlung von Magen-Darm-Infekten mit Erbrechen und Durchfall ist es wichtig
- besonders auf strenge Wasser- und Nahrungsmittelhygiene zu achten
- ein Antibiotikum für den Notfall mit sich zu führen
- Zur Vermeidung von Entzündungen im Bereich der ableitenden Harnwege („Blasenentzündung“) sollten Sie
- für einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt sorgen (viel trinken)
- auf helle Urinfarbe achten
- auf eine gewissenhafte Körperhygiene achten
- Wichtig ist eine sorgfältige Fußpflege:
- möglichst nicht barfuß gehen
- Füße trocken halten und regelmäßig inspizieren
- kleine Wunden durch antiseptische Salbe oder einen Verband sofort versorgen
- Heilungsprozess der Wunden engmaschig kontrollieren und im Zweifel frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
RMZ, 03.02.2009