Reiseinformationen - Cholera: Evolution


Cholera: Evolution

Die letzte große Cholera-Epidemie des 20. Jahrhunderts fand in Peru statt. Anfang 1991 wurden zunächst einige Erkrankungsfälle im Küstenbereich registriert. Innerhalb weniger Wochen kam es zur Ausbreitung über das gesamte Land. Am 2. Februar rief die peruanische Regierung den nationalen Notstand aus. Schließlich waren in verschiedenen Gegenden Süd-, Mittel- und Nordamerikas Ausbrüche zu verzeichnen. In Südamerika erkrankten etwa 400.000 Menschen, schätzungsweise 12.000 verstarben.

Die Cholera-Erreger, die aus verschiedenen Regionen isoliert wurden, unterschieden sich oft in ihrer Virulenz, also ihrer "Aggressivität", bzw. hinsichtlich der Menge an Giftstoff (Choleratoxin), die sie freisetzten. Interessanterweise fanden sich Zusammenhänge zwischen der Wasserqualität einer betroffenen Region und der "Aggressivität" der Bakterien. In Gegenden mit guter Wasserqualität und Abwasserentsorgung fanden sich mildere Krankheitsverläufe, während Patienten unter schlechten hygienischen Bedingungen sich eher mit aggressiveren Keimen auseinandersetzen mussten. Je größer der "Pool" ist, in dem sich die Erreger ausbreiten können, desto weniger ist der Erreger auf seinen Wirt - den erkrankten Menschen - angewiesen, um zu überleben.

Faktoren wie die Temperatur, der Algenanteil oder chemische Verunreinigungen des Wassers können einen Effekt auf die Vermehrung, Übertragungsraten und die "Aggressivität" der Bakterien haben.

Nehmen wir an, in einem verunreinigten Brunnen findet sich ein Erregergemisch aus relativ gutartigen und extrem bösartigen Choleraerregern. Nehmen wir weiter an, zwei Personen trinken ein Glas Brunnenwasser und erkranken an Cholera.

Fazit
Je besser die hygienischen Bedingungen, die Abwasserentsorgung und der Zugang zu sauberem Trinkwasser während eines Choleraausbruches, umso gutartiger werden die Krankheitsverläufe mit der Zeit.

Links

Literatur

Weitere Artikel

 

 

MG, SH, 19.11.2012



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