Fachinformationen - ETEC, EHEC


ETEC und EHEC

Erreger: Gram negative Escherichia coli Bakterien kommen weltweit im Boden, in der Vegetation und in der Darmflora vor.  Gefährlich sind nur Toxin-produzierende Stämme. Enterotoxische Echerichia Coli (ETEC) produzieren relativ hitzstabile Toxide (Plasmide), die zu Störungen der Wasser- und Elektrolytausscheidung führen und wässrige Durchfälle verursachen. ETEC ist eine der wichtigsten Ursachen des Reisedurchfalls.  Enterohämorrhagische Escherichia coli Bakterien (EHEC) produzieren hitzelabile Toxine (Shiga-like-toxins, SLT I-II oder Vera-Toxin), die die Eiweißsynthese unterbrechen und blutige Durchfälle verursachen. ETEC und EHEC kommen überwiegend in warmen Klimazonen in Regionen mit relativ geringe Hygienestandards der Tierhaltung und der Nahrungsmittelzubereitung vor.

Verbreitung: Ausbrüche durch kontaminierte Nahrungsmittel, häufig bei Nutzung von Gemeinschaftsküchen.

Infektionsweg:  Verunreinigte Nahrungsmittel, Schmierinfektion. EHEC kann durch Konsum nicht erhitzter Nahrungsmittel (rohes Gemüse, Saft, unpasteurisierte Milch) übertragen werden. EHEC-Toxine werden durch leichtes Erhitzen zerstört. ETEC Toxine sind relativ hitzestabiler und erfordern für ihre Zerstörung längere Garzeiten als EHEC-Toxine.

Zeitraum von Infektion bis Krankheit: In der Regel ein bis drei Tage (1-10 Tage)

Krankheitszeichen: Bei ETEC und EHEC können die Verlaufsformen stark variieren: je nach Alter und Gesundheitszustand von symptomlos, über sehr mild bis komplikationsreich. Sehr schwere Verlaufsformen sind selten, aber möglich.

Labornachweis:  Die Diagnose erfolgt durch Nachweis der Toxin-Gene mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) aus Stuhlproben. Da es sich nicht um eine Tropenerkrankung handelt, wird diese Untersuchung am Bernhard Nocht Institut aktuell nicht angeboten. Die Untersuchungen können bei diversen mikrobiologischen Labors durchgeführt werden.

Behandlung: Die Therapie erfolgt symptomatisch: Ausgleich von Flüssigkeits- und Mineralstoffverlusten. Bereits zu Beginn der Symptome ist eine ausreichend Flüssigkeitszufuhr für den weiteren Verlauf der Erkrankung von entscheidender Bedeutung. Bei schwereren Verläufen insbesondere bei kleinen Kindern können neben salz- und zuckerhaltige Rehydratationslösungen Infusionen nötig sein. Antibiotika sollten nicht gegeben werden, da dies zu einer vermehrten Ausschüttung von Toxinen und damit zu einer Verschlimmerung Krankheit führen kann.

Vorbeugung: Bei der Nahrungsmittelzubereitung ist Händehygiene wichtig: gründliches Waschen mit Seife ist ausreichend. In Großküchen müssen Gegenstände und Oberflächen, die mit Stuhl oder Erbrochenem in Kontakt gekommen sind, sachgerecht gereinigt und anschließend desinfiziert werden. Genussfertige Lebensmittel, etwa Obstschalen, Knabberartikel o. ä . sind aus dem Umfeld des Patienten zu entfernen. Kleidung und Bettwäsche ist als infektiös zu betrachten und entsprechend zu reinigen (über 60 Grad). Kann die Wäsche nur mit niedrigeren Temperaturen gewaschen werden, so ist diese 14 Tage sicher und ohne Zugriff zu lagern, um so eine Entkeimung zu gewährleisten. Im Umgang mit erkrankten Personen ist auf besondere Hygienemaßnahmen zu achten. Bis zum vollständigen Abklingen der Symptome sollten Erkrankte nicht zur Arbeit (oder Schule, Kindergarten) gehen und den Kontakt mit anderen Personen meiden.

Weitere Informationen

 

RMZ, 30.08.2013



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