Reiseinformationen - Unfall: Sterblichkeit im Verkehr


Todesfälle im Straßenverkehr

 2020 wird mit weltweit jährlich 1,9 Mio. Verkehrstoten gerechnet. Zur Zeit stellen die 1,3 Mio. Todesfälle pro Jahr die neunthäufigste Todesursache dar. Hinzu kommen Fälle schwerster Verletzungen, z.T. mit bleibender Invalidität. Die Zahl der Verletzungsopfer dürfte bei 20-50 Mio. pro Jahr liegen.

Bildquelle: Denis Zimmer

Besonders häufig sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 15 und 29 Jahre in Verkehrsunfälle verwickelt.

Für eine angemessene Versorgung von Unfallopfern bestehen oft keine Möglichkeiten. Die Gesundheitssysteme vieler Länder sind mit einer intensivmedizinischen Behandlung Schwerverletzter häufig schlichtweg überfordert.

Vor diesem HIntergrund haben sich einige Industrie-  und  Entwicklungsländer in der Initiative „Decade of Action for Road Safety“ zusammengeschlossen. Gemeinsame Schritte zur Erhöhung der Verkehrssicherheit betreffen Einführung der Gurt- und Helmpflicht, Einführung von Kindersitzen sowie Gesetze gegen Raserei und Alkohol am Steuer. Bisher sind nur bei 15% aller Staaten entsprechende Vorschriften in der Gesetzgebung verankert. Man hofft, dass durch Einführung solcher Maßnahmen über einem Zeitraum von 10 Jahren schätzungsweise fünf Mio. Menschenleben gerettet und 50 Mio. schwere Verletzungen vermieden werden können.

Die Ursache dieses zunehmenden Gesundheitsproblems wird allerdings mit solchen Maßnahmen zur Schadenseindämmung nicht angesprochen: Immer mehr Fahrzeuge werden zwangsläufig zu immer höheren Unfallzahlen führen. Insbesondere in Indien und China nimmt die Zahl der Fahrzeuge exponenziell zu (Indien, China). Ein großer Teil der dort kostengünstig hergestellten Produkte wird wiederum in Entwicklungsländer exportiert werden. Auch die Freude deutscher Autobauer über steigende Fahrzeugexporte verbirgt, dass damit weltweit Umweltprobleme und Verkehrsinfarkte in Großstädten zunehmen werden.

Beipiel China

In China, dem bevölkerungsreichsten Land der Erde, sind Verkehrsunfälle ein ernstes und zunehmendes Gesundheitsproblem. Von 1951 bis 999 stieg die Zahl der Todesfälle im Straßenverkehr um das 97-fache. Heute werden 13,5 Prozent aller Todesfälle Verkehrsunfällen zugeschrieben.

Um dem Anstieg der Unfälle entgegenzuwirken, wurden die Verkehrsgesetze überarbeitet und präventive Maßnahmen eingeführt, die sich in einkommensstarken Ländern als effektiv erwiesen hatten. Mit Erfolg?

Das Erziehungsministerium von China führte in Zusammenarbeit mit dem "Center for Injury Research and Prevention" eine Studie durch, die Daten bezüglich der Verkehrstoten aus den Jahren 2002-2007 analysierte. Die Daten stammten zum einen aus Chinas Todesregister und zum anderen von dem Datensystem der Polizei.  Ergebnisse:

Bildquelle: Jäger

Insgesamt scheint die Zahl der Verkehrstoten eher weiter anzusteigen. Auch die Tatsache, dass die Zahl der Kraftfahrzeuge in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen hat, bekräftigt diese Einschätzung. An dieser Entwicklung, die auch nachteilige Folgen für die Luftqualität mit sich bringt, haben auch die deutschen Autobauer einen großen Anteil. Im Jahr 2009 wurden 13,6 Millionen Autos in China verkauft. Im Jahr 2010 waren es sogar mehr als 17 Millionen. Der Autoboom in China wird zudem durch Prämien oder Steuererleichterungen der Regierung getragen.

Die zukünftige Dynamik lässt sich anhand der verfügbaren Daten erahnen.

Für Hoffnung sorgen nur die Zukunftsplanungen Pekings. Diese sehen vor, die finanziellen Anreize deutlich zu kürzen und Auflagen für Autokäufer einzuführen, um die stark gestiegene Luftverschmutzung und Verkehrsstaus zu verringern.

Die enormen Unstimmigkeiten zwischen den Daten des Todesregisters und den Daten von Polizeiberichten sollen von China durch Verbesserungen des Meldesystems beseitigt werden.

 

Fazit

Mobilität und Flexibilität werden zunehmend und unumkehrbar zu gesellschaftlichen Standards. Gerade deshalb wäre es dringend an der Zeit über nachhaltige Veränderungen unserer jetzigen Verkehrssysteme nachzudenken (Beispiel: Bangkok). Die Zukunft wird bei schadstoffarmen, öffentlichen Nahverkehrssystemen liegen, und je früher in nachhaltige Systeme und Entwicklungen investiert würde, desto günstiger wäre es für den Planeten Erde.

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Quellen

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MG, HEF, 17.10.2012



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