Reiseinformationen - Strahlenbelastung durch Uranmunition


Strahlenbelastung in Kriegsgebieten

Uranmunition wird weltweit als panzerbrechende Waffen eingesetzt. Möglicherweise zuletzt in lybischen Bürgerkrieg durch die Alliierten Streitkräfte. (Lane 2011)

Eine Untersuchung zu den Folgen des Einsatzes von Uranmunition liegt aus dem Irak vor:

Im November 2004 hatte die US-Armee Falludscha im Irak angegriffen und wochenlang belagert. Grund waren wiederholte Angriffe auf Besatzungsgruppen.

Falludscha ist eine Stadt in der irakischen Provinz al-Anbar. Sie liegt ca. 50 Kilometer westlich von Bagdad.

Seither ist in Falludscha ein enormer Anstieg von Kindersterblichkeit, Missbildungen sowie Tumor- und Leukämieerkrankungen zu beobachten.

Das zeigen u.a. Ergebnisse einer Studie, welche im International Journal of Environmental Research and Public Health veröffentlicht wurde. Die Studie wurde im Januar/ Februar 2010 durchgeführt und es wurden 4.843 Personen in Falludscha aus 711 verschiedenen Haushalten befragt. Ziel der Studie war es Krankheitsbilder und Häufigkeit sowie die Kindersterblichkeitsrate in der Zeit von 2005-2009 zu eruieren und die Daten entsprechend zu vergleichen.

Ergebnisse:

Die Zahl der Krebsfälle hat sich in der Zeit zwischen 2004 und 2009 in Falludscha im Vergleich zu der Zeit vor 2004 vervierfacht.
Von Januar 2005 bis zum 31. Oktober 2010 wurden folgende Fallzahlen registriert:

Die Krebsrate bei Kindern in der irakischen Stadt ist auf das Zwölffache der Vergleichswerte in Ägypten, Jordanien und Kuwait gestiegen.

Auch die Kindersterblichkeit hat sich erhöht.

Die aufgetretenen Krebsarten ähneln denen, die sich bei Überlebenden der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 herausgebildet haben. Zudem ist eine signifikante Abnahme der Geburtenrate zu verzeichnen.

Ursache der Ergebnisse in Falludscha ist, dass die Bevölkerung während der Militäroffensive der US-Armee im Jahr 2004 einer massiven Menge erbgutschädigender Stoffe ausgesetzt war. Schätzungen gehen von 140 Tonnen Uranmunition (DU-Munition) aus, viele davon innerhalb bewohnter Gebiete. Über den tatsächlichen Einsatz der DU-Munition ist nichts bekannt, da sich das US-amerikanische Verteidigungsministerium bis heute weigert, den Einsatz von DU-Munition offen zu legen. Vermutlich aus Sorge um gigantische Entschädigungsforderungen.

Im Zusammenhang mit den aufgetretenen Krankheitsbildern, verursacht durch Kontakt mit Uran-Munition, wird auch vom so genannten Balkansyndrom gesprochen. Anfang des Jahres 2001 wurde nämlich auch über derartige Erkrankungen bei Soldaten berichtet, die am Krieg im ehemaligen Jugoslawien teilnahmen.

DU-Munition oder auch Uranmunition, ist panzerbrechende Munition, deren Projektile abgereichertes Uran enthalten. Aufgrund der hohen Dichte des Urans entfalten die Geschosse beim Auftreffen auf das Ziel eine große Durchschlagskraft.

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Quelle:

HEF, 08.08.2012



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