Reiseinformationen - Therapie: Bluttransfusion


Bluttransfusionen und Blutprodukte

Durch Bluttransfusionen werden lebende Zellen in den Körper eines anderen, lebensbedrohlich erkrankten Menschen geleitet. Das bringt erhebliche Risiken mit sich:


Bildquelle: www.soschildrensvillages.org.uk

Die genannten Risiken sind in Entwicklungsländern noch deutlich ausgeprägter, weil

Blut und Blutprodukte sollten also im Zweifel nicht zur Anwendung kommen, und ggf. nur dann, wenn eine akute Lebensgefahr besteht. Wenn ein Patient es sich überlegen kann, ob er eine Transfusion benötigt oder nicht, braucht er in der Regel keine, oder umgekehrt, wenn er nicht gefragt werden kann, weil er im Koma liegt, kann sie bei qualifizierten Ärzten zur Lebensrettung notwendig sein, aber dann auch unabhängig von den o.g. Risiken.

Zur Stabilisierung von Herz- und Kreislauffunktion sind Transfusionen nicht zwingend erforderlich, wenn alternative Blutersatzmittel verfügbar sind. Ist dies der Fall, kann bei Schwerverletzten ein Transport in die nächstgelegene, qualitätsgesicherte Klinik erwogen werden.

Unfälle stellen das wichtigste Risiko des Reisens dar. Nützt es deshalb für den Fall der Fälle einen sehr genauen Blutspendepass mit sich zu führen, damit eine Nottransfusion schneller erfolgen kann? Wohl kaum, da sich eine gute Blutbank niemals auf die Angaben eines Blutspendeausweises verlassen darf (oder umgekehrt, wenn sie es täte, wäre dies ein Merkmal schlechter Qualität, die man unbedingt meiden sollte). Die Blutgruppen des Empfängers und des Spenders werden vor jeder Transfusion neu bestimmt und das Blut mit dem des Spenders gemischt (Kreuzprobe). Dieser Vorgang verläuft bei bekannter Blutgruppe nicht schneller.

Es spricht also vieles dafür, riskante und unfallträchtige Situationen in Ausland zu vermeiden, z.B. bestimmte Abenteuersportarten, unsichere Verkehrsmittel u.a.

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HEF, 29.03.2011



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