Reiseinformationen - Bewegung: Entspannen? Loslassen?


Bewegung: Entspannen? Loslassen?

Entspannung ist nicht immer gut.

Denken Sie z.B. an einen Feldhasen, der von Hunden aufgescheucht wird. Er gerät in Stress, aber den kann er gut verkraften: er ist in Hochform, schlägt hervorragend Haken, und wird das Rennen sicher gewinnen. Da erscheint plötzlich vor ihm eine Reihe von Treibern und auch nach rechts und links scheint für ihn, umringt von Feinden kein Ausbrechen möglich zu sein. Da "entspannt" er sich: er stellt sich tot, so als wäre er schon erschossen worden. Diese Notfallreaktion ist für Säugetiere hochgefährlich. Wenn der Körper noch auf maximalen Widerstand, Kampf oder Flucht eingestellt ist, und die Struktur in Ohnmacht in sich zusammenbricht, geraten die Steuerrhythmen von Gehirn, Herz, Immunssystem und vielen anderen Körpersystemen durcheinander. Krankheiten treten daher nicht unbedingt dann auf, wenn die Belastung im Stress am größten ist, sondern danach, in der Pause der Erschöpfung.

Ein aufgeblasener Luftballon, der mit einer Nadel angepiekst wird, entspannt sich schlagartig, von außen nach innen: mit einem lauten Knall, in dem er seine Struktur verliert.

Bildquelle: Werner Schönherr

Entspannung von innen nach außen führt dagegen zu einer größeren Strukturelastizität. Stellen Sie sich einmal eine Rosenknospe vor. Wenn es im Frühjahr soweit ist, bewirken die wärmenden Sonnenstrahlen, dass sie in ihrem Zentrum entspannt und die Blütenblätter drängen nach außen. Die Struktur öffnet sich, bereit zur Kommunikation mit der Umwelt und elastisch zugleich.

Vielleicht kann auch ein anderes Bild diese ganz andere Art der Entspannung verdeutlichen. Bei einem Spaziergang in der Dämmerung, durch nebelverhangene Wiesen taucht plötzlich, und noch undeutlich ein bellender Hund auf. Der Spaziergänger erschrickt, bleibt stehen, verschließt sich und macht sich innerlich kampfbereit. Beim Näherkommen des Hundes erkennt er, dass es nur "der Lumpi" des Nachbarn ist, der auch gerade durch die Wiesen schlendert. Ein Gefühl innerer Entspannung entsteht, dass sich schließlich im Körper fortpflanzt und ihn, dem heranrennenden Hund zugewandt, die Arme öffnen läßt: "Komm her zu mir!".

Innere Entspannung bietet sich selbst dann als eine Möglichkeit an, wenn die Lösung eines Problems absolut im Vordergrund steht und die Situation verrannt erscheint. Nachdem immer wieder mit dem Kopf gegen Beton angerannt wurde, ist es auch ohne Kollaps möglich, damit aufzuhören. Man kann zurücktreten, sich setzen, einen Tee trinken und schauen, ob die Situation auch ganz andere Aspekte zu bieten hat.

Auf Bewegung übertragen, werden die möglichen Formen mit Spannung umzugehen, beim Aufziehen eines Sportbogens deutlich. Die Sehne wird auf den Bogen gespannt und steht dann unter einem Zug, der ihrer Stärke entspricht. Bogen und Sehen bilden eine ruhende, elastische, sehr effektive Einheit. Dann entsteht der Wunsch, den Bogen zu nutzen. Er wird aufgezogen, in Bezug gesetzt zu einem Ziel; dann wird er maximal aufgedehnt und schließlich die Sehne losgelassen: der Pfeil zischt auf die Strohscheibe zu und die Sehne kehrt in Ihre Ruheposition zurück. In diesem Bild gäbe noch zwei andere Arten von Entspannung:

Schauen wir direkt auf Muskeln, Knochen und Sehnen. Wenn sich Muskeln und Sehnen verformen, leisten sie Arbeit. Das ist mühsam, weil gleichzeitig andere Kräfte wirken, wie z.B. die Schwerkraft. Wird mit aktiver Muskelkraft gegen einen Widerstand angeschoben, muss die Arbeitsleistung stärker sein als die Kraft, die ich bewegen soll. Darum geht es üblicherweise beim Kämpfen: "Wer ist stärker?" - "Wer treibt den anderen in den Kollaps?". Muskeln und Sehnen müssen aber nicht gegen etwas angehen, sondern arbeiten wesentlich eleganter, wenn sie den Körper oder ein Körperteil in eine Bewegung einschwingen, in der die anderen Kräfte die wirksame Arbeit tun: z.B. Zentrifugal- oder Schwerkraft oder der Schwung dessen, was von außen angeflogen kommt. Der Körper wird durch Muskelkraft aufgedehnt und entspannt sich dann, wenn die Bewegung wirksam wird: dann wird nicht gegen das Holz angehackt, sondern der Schwung des Beiles spaltet die Fasern des Holzes auf, scheinbar wie von selbst.

Effektive Entspannung ist also mit Bewegung verbunden; einer Bewegung, bei der Belastung und Erholung ausgewogen die Elastizität einer Struktur kräftigen.

Wenn eine Struktur ihre Elastizität verloren hat, weil sie z.B. im Stress oder bei Fehlhaltungen zu lange überlastet wurde, ist das Folgende im Prinzip immer gut;

Zusätzlich können Methoden sehr wirksam sein

Passiv


Aktiver


Aktiv

 

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HEF, 13.11.2012



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