Reiseinformationen - Stress: Essstörung


Ob jemand viel wiegt oder nicht, sagt wenig aus darüber, ob er zuviel Fett mit sich herumträgt oder nicht.

Auch die reine Vergleichszahl Körpergröße zu Gewicht sagt längst nicht alles. Es wäre nämlich möglich, dass jemand schlank erschiene, aber ausgesprochen dünne, untrainierte Muskeln besäße und darum herum sehr viel Fettgewebe. Oder es wurde, z.B. bei Hormon- oder Herzkreislaufstörungen, viel Körperwasser eingelagert.

Fett hat sehr wichtige Aufgaben:

Fett zu haben ist also gut, und wenn zu wenig davon vorhanden ist, erhöhen sich die Krankheitsrisiken. Ein durchschnittlicher Mann verfügt über etwa 15% Körperfett. Sind es aber über 25% Körperfett, so gilt das als zu viel des Guten: als leichte Adipositas und bei über 35% als starkes Übergewicht. (BCM, 2010)

Die Ursachen von "Übergewicht" liegen nur z.T. bei Ernährungsgewohnheiten (zuviel Süßigkeiten oder Fettzufuhr) und bei mangelnder Bewegung, bei der angesammelte Energie wieder verbrannt werden kann. Wären es aber nur Ernährung und Bewegungsmangel, würden Diäten, zwanghafte Abmagerungskuren und Fitnesstrainings wesentlich erfolgreicher sein.

Entscheidender für die Einlagerung von zuviel Fett ist Stress. Damit ist eine Notfallreaktion gemeint, bei der dem Körper ein akuter Mangel eines Grundbedürfnisses signalisiert wird. Etwas auf das umgehend reagiert werden muss. Wenn sich dieser Notfall nicht durch anschließende Entspannung löst, sondern unvermindert bestehen bleibt, entsteht das beklemmende Gefühl der Dauerüberlastung (Strain).

Bei Stress oder Strain müssen Energiereserven mobilisiert werden: in erster Linie Zucker. Das Gehirn saugt von diesem Energieschub einen großen Teil ab, damit schnelle Entscheidungen getroffen werden können. Der Energieverbrauch des Hirns steigt bei mildem Stress um 12%. (Hitze 2010) Wenn keine körperliche oder geistige Herausforderung mehr besteht, könnte der Glukosewert eigentlich abfallen, das Hirn steht ggf. weiterhin unter Stress wie bei Angst, Ärger und Sorgen, und hat damit weiterhin einen hohen Glucosebedarf. Im Zwischenhirn entscheiden Automatismen über die Glukosezuteilung zwischen Körper und Hirn und über den Bedarf an neuer Energiezufuhr (Appetit). Bei Dauerstress werden diese empfindlichen Regelmechanismen gestört. Es wird dann mehr Nahrung zugeführt, als benötigt wird, zumal Schluckreflexe die Stressreaktion dämpfen. Und das bewirkt ebenso Alkohol: beides, viel Essen und viel Trinken, beruhigt (vorübergehend). 

Normalgewichtige Personen können also zuviel Fett besitzen, nicht fit sein und zu allen möglichen Folgekrankheiten von Stress neigen (Störungen von Herz-Kreislauf, Immun- oder Verdauungssystem). Umgekehrt könnte es auch sein, dass jemand nach aktuellen modischen Gesichtspunkten "zu dick" zu sein scheint (oder sich so empfindet), aber gleichzeitig körperlich fit und gesund wäre.

"Fit sein" hängt von vielem ab, insbesondere ob all die verschieden miteinander verwobenen Körperfunktionen und Rhythmen harmonisch aufeinander abgestimmt sind. Sind sie das, resultiert eine große Flexibilität, bei der sich der Organismus auf unterschiedliche Belastungen leicht einstellen kann. Misslingt das, z.B. im zunehmenden Alter, nehmen Funktionseinschränkungen, Krankheiten und Gebrechlichkeit zu. (Fried, 2009)

Auch zu viel Körperfett bei schwer- oder normalgewichtigen Personen scheint eine der vielen Fehlsteuerungen zu sein, bei denen eine Körperfunktion durch eine Überregulation solange eingeengt wird, bis sich ihr Spielraum starr verengt und flexible Anpassungen an neue Situationen sehr schwer fallen. 

Was ist zu tun?

Eigentlich ist es ganz einfach:

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Externe Links

 

HEF, MG, 07.08.2012



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