Reiseinformationen - Bewegung: Bewusst


Mit dem Begriff des Bewusstseins wird von vielen Wisschenschaftlern und von Menschen, die ihn täglich nutzen, sehr unterschiedliche geistige Zustände oder Prozesse verstanden. Oft ist ein bewertender Teil der Informationsverarbeitung gemeint, der innere oder äußere Zustände mit einer „Ich-Identität“ verknüpft, und diesen damit eine besondere Bedeutung verleiht. Diese Fähigkeit erfordert ein intaktes Mittelhirn und Großhirnhirnanteil, die das Mittelhirn direkt ummantelt. „Bewusstsein“ mag „emotionslosen" Reptilien fehlen, es kam jedoch definitiv mit den "emotionalen" Säugetieren in die Welt, die, im Gegensatz zu Sauriern, besser in der Lage waren miteinander zu kommunizieren und soziale Bindungen einzugehen. Bewusstsein kann als eine der vielen Fähigkeiten betrachtet werden, oder als eine Ausdrucksform eines Lebewesens, aber eben nur ein kleiner Teil. Bewusste Bewegungen bilden im Alltag die absolute Ausnahme. Fast alles was wir tun sind erlernte Routinen. Das bewusste Initiieren von Bewegung ist mühsam: Bewusste Entscheidungen kommen 0,3 Sekunden langsamer an Zielorganen an als ein unbewusst ablaufendes erlerntes Großhirnprogramm (z.B. "Salsa Tanzen") und noch langsamer als Reflexe ("Finger von der heißen Herdplatte wegziehen"). Bewusstsein wird daher meist benutzt, um eine Bewegung zu unterbrechen ("Das tut man nicht"). Wird einem in sich versunkenen Tänzer bewusst, dass er kritisch beobachtet wird, kann ihn dieses Bewusstsein stören und die Tanzbewegungen eckiger werden lassen. Zum Erlernen von Bewegung ist Bewusstsein allerdings unverzichtbar. Dabei werden vier Phasen durchlaufen:

Meist ist Bewegung die Folge automatisch ablaufender Routinen, die zu bestimmten äußeren Reizen passen und die in der Erlernphase vorübergehend einmal bewusst waren. Oder aus einem Impuls, einer Vorstellung, z.B. wie es sich anfühlen würde, wenn ich eine halb-volle Wasserflasche ergreifen würde. Dabei steuert kein Hirnmännchen die Muskeln wie ein Kranführer seine Seilwinde. Dafür wären Hirnaktivitäten viel zu langsam. So konstruierte, maschinenähnliche Wesen wären vom Säbelzahntiger der Evolution rasch aufgefressen worden. Der Realität näher kommt das Bild einer Erregungswelle, die sich über den Körper ausbreitet und die es vom Hirn entfernten Organen ermöglicht sich optimal auf das einzustellen, was üblicherweise und erfahrungsgemäß zur Erregungswelle passt. Zu der Vorstellung einer vollen oder zu der einer leeren Wasserflasche würde jeweils eine andere Muskelbewegung passen.

Bewegung und sportliche Belastung laufen am besten ab, wenn das Bewusstsein nicht dauernd dazwischen funkt. Wenn ein Spieler vor dem Tor überlegte, was er tun sollte, würde er es nie schaffen, den Torwart auszutricksen.

Diese scheinbar neue Erkenntnis moderner Bewegungsforschung beschrieb bereits Heinrich von Kleist 1810 in seiner Novelle "Über das Marionettentheater":

" ... Wir sehen, daß in dem Maße ...(wie) die Reflexion dunkler und schwächer wird, die Grazie (der Bewegung) ... immer strahlender und herrschender hervortritt. ... (erst) wenn die Erkenntnis gleichsam durch ein Unendliches gegangen ist, (findet sich) die Grazie wieder ein; so, daß sie ... in demjenigen menschlichen Körperbau am reinsten erscheint, der entweder gar keins, oder ein unendliches Bewusstsein hat, d.h. in dem Gliedermann (der Marionette), oder in dem Gott."
 

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MG, HEF, 07.08.2012



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