Reiseinformationen - Medikamente: Milchpulver China


Plastik im Milchpulver

Der Milchskandal in China ist leider nicht beendet. Obwohl sich die Nachrichtenagentur Xinhua um die Erweckung des Eindruckes bemüht, man greife sehr hart durch. Es wurde über zahlreiche Verhaftungen berichtet; u.a. allerdings auch von der Verhaftung des Vaters eines Kindes, dass durch Melamin verstarb, und der im Juli zu einem Jahr "Umerziehungs"-Lager verurteilt wurde, weil er sich zu offensiv für Nahrungsmittelsicherheit einsetzte.

Die Geschichte begann 2008, als erstmals bekannt wurde, dass aus kriminellen Gründen Milchpulver mit dem chemischen Stoff  Melamin verunreinigt worden war. Melamin täuscht in Milchprodukten einen höheren Proteingehalt vor. Üblicherweise wird Melamin bei der Plastik und Düngemittelherstellung verwendet. In hohen Konzentrationen aufgenommen, kann es zu Nierensteinen und Nierenversagen führen.

Der Skandal war den Behörden bereits vor den olympischen Spielen bekannt, wurde aber erst nach deren Abschluß öffentlich bekannt:

Im Dezember 2009 verbreiteten die chinesischen Behörden, dass 5,2 Tonnen von Milchpulver, das mit Melamin verunreinigt ist, sichergestellt wurden. Der Milchhersteller "Jingqiao" stammt aus der Provinz Shaanxi in Zentralchina. Die 5,2 Tonnen Milchpulver sollen von dort im September 2009 an das Unternehmen "Nanning Yueqian Food Additive Company“ in der Südprovinz Guangxi verkauft worden sein. Der Zugriff der Behörden erfolgte erst, nach dem das Produkt bereits in den Markt eingeführt wurde. Die beschlagnahmte Menge an Milchpulver sei seit 2008 illegal eingelagert worden. Es wird nun mit gutem Grund befürchtet, dass 2008 nicht die gesamte Menge des infizierten Milchpulvers vernichtet wurde. Im Januar wird auch über verunreinigtes Milchpulver in Shanghai berichtet. Auch ein Export kleiner Mengen des verunreinigten Produktes seit 2008 konnte nicht ausgeschlossen werden. (Promed, INVS)

Im Juli 2010 berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua erneut von der Beschlagnahme von 76 Tonnen Milchprodukten, die mit Melamin kontaminiert waren. Auch hier sollen die Produkte noch aus den Beständen von 2008 stammen. China versichert, die Nahrungsmittelkontrollen seien erheblich verschärft worden, dennoch sind die offensichlichen Lücken des Sicherheitsnetzes nicht erklärbar.

Im September wurden in der Nordprovinz Jilin 1.000 Pakete belasteter Milch beschlagnahmt. Xinhua meldete damals, dass Manager der Molkerei Dongyuan in Qinghai festgenommen worden seien, weil ihre Milchprodukte den legalen Grenzwert für Melamin um den Faktor 500 überschritten hatten. Der Zusammenhang wurde nur entdeckt, weil Dongyuan Proben an ein externes Labor gesandt hatte, um herauszufinden, um wieviel die Milch verdünnt werden könne, ohne aufzufallen. (Promed 22.09.)

Am 15.11.2010 meldeten die Gesundheitsbehörden von Xiangfan in der Provinz Hubei in Zentralchina, dass eine "große Menge" von eingelagerten Milchprodukten gefunden worden sei, die mit Melamin verunreinigt und in Xiangtan in der Provinz Hunan hergestellt worden seien. Bereits seit Juni waren mehrfach verunreinigte Produkte in lokalen Märkten in Xiangtan sichergestellt worden. (INVS 23.11.)

Berichte über neue Erkrankungsfälle liegen nicht vor.

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HEF, 17.10.2012



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