Reiseinformationen - Antibiotika-resistente Bakterien


Antibiotikaresistenz und Behandlungsqualität

Antibiotika werden auch bei banalen Gesundheitsstörungen verschrieben. Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind, haben deshalb eine bessere Überlebenschance. Es erweist sich als mühsam, evolutionäre Vorgänge wie die klassische Selektion ("Survival of the fittest") durch immer neue Antibiotika bekämpfen zu wollen. Möglicherweise ist diese Strategie auf lange Sicht nicht erfolgversprechend.

Ein kontrollierter Umgang mit Antibiotika, die in den meisten Fällen weiter hochwirksamen sind, könnte ggf. dazu führen, dass die harmloseren Erreger bessere Überlebenschancen hätten als die bösartigen.

Zwei aktuelle Beispiele:

NDM-1:

2009 wurden in Indien Bakterien nachgewiesen, die ein Eiweiß (Plasmid) enthalten, das als "mobiles Gen" Resistenz vermittelt. Dieses NDM-1 genannte Stück Information kann zwischen unterschiedlichen Bakterien im Darm und der Lunge ausgetauscht werden. Mangelhafte Hygiene (fäkal-Hand-oral), hoher und nicht-regulierter Antibiotikaverbrauch sowie unnötige operative Eingriffe trugen dazu bei, dass sich der Keim rasch weltweit verbreiten konnte.

Quelle

Resistente Tuberkulose

Ebenfalls aus Indien stammt die Nachricht das ungenügendes Behandlungsmanagement bei Tuberkulosekranken zum Auftreten von Tb-Keimen geführt haben, die gegen alle bisher bekannten Medikamente resistent seien (Loewenberg 2012). Die WHO lehnt den in diesem Zusammenhang geprägten Begriff TDR-Tuberkulose (totally drug-resistant tuberculosis) ab, nimmt das Problem jedoch sehr ernst (WHO 2012). Nach Analysen der Meldezahlen von 2007–2010 durch die WHO (Zignol 2012) wurden in etwa 80 Ländern Tb-Keime nachgewiesen, die gegen mindestens ein Medikament resistent waren. Besonders hohe Nachweisraten resistenter Stämme wurden bei Neuerkrankungen in Russland (29% in Murmansk) und in Moldavien (65%) registriert. In drei Ländern der früheren Soviet-Union und in Südafrika sind etwa 10% der Tuberkulosefälle gegen mehrere Medikamente resistent (XDR-Tb). Weltweit sind es z.Z. 3,4%.

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Quelle

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MG, HEF, 21.08.2012



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