Fachinformationen - Erkrankt: Fieber


Fieber

Fieber ist eine Reaktion der Temperatutregelung des Gehirns, die erfolgt, wenn Zellbotenstoffe eine Aktivität des Immunsystems signalisieren. Oft weist Fieber auf eine Immunreaktion hin. Fieber ist dann eine normale und gesunde Abwehrreaktion des Körpers. Atemwegsinfekte und Durchfälle sind in etwa 10-20% der Fälle von Fieber begleitet.

Aber auch andere Ursachen sind möglich (Fehlreaktion des Immunsystems z.B. bei Autoimmunerkrankungen, Störung des Flüssigkeitshaushaltes bei sehr kleinen Kindern, Überwärmung bei unangepasster Kleidung und intensiver Sonnenbestrahlung u.a.)

Die Körpertemperatur schwankt in einem regelmäßigen Rhythmus, der von der Aktivität gesteuert wird. In der Nacht liegt die Durchschnittstemperatur meist um 0,5°C niedriger als tagsüber.

Besonderheiten:

Bakteriengifte oder Überreste zerfallender Körperzellen alarmieren Immunzellen, deren Botenstoffe Fieber auslösen. Die steigende Körpertemperatur führt zu einer höheren nach innen gerichteten Aktivität der Körperzellen und zwingt gleichzeitig äußere Aktivitäten einzuschränken. Beides ist notwendig für eine effektive Körperabwehr. Steigt das Fieber jedoch zu hoch an, kann die Funktionstüchtigkeit des Gehirns beeinträchtigt werden, und das kann besonders bei Kindern sehr gefährlich werden (Fieberkrämpfe).

Fiebermessung

Die Temperaturmessung erfolgt am besten mit einem digitalen Fieberthermometer. Ein Quecksilberhaltiges Fieberthermometer könnte bei der Reise zerbrechen. Bei einer im Darmausgang (rektal) gemessenen Körpertemperatur werden die folgenden drei Temperaturbereiche unterschieden. Bei Temperaturen

Wird die Körpertemperatur im Mund gemessen, so finden sich im Vergleich zur rektalen Messung 0,3–0,5°C niedrigere Werte. Die Messung in der Achselhöhle ist unzuverlässig und kann leicht bis zu 1,0°C unter dem tatsächlichen Wert liegen. Die Anwendung von Ohrthermometern liefert schnelle und genaue Werte. Bei falscher Bedienung oder Verschluss des Gehörganges mit “Ohrenschmalz” sind jedoch fehlerhafte Werte möglich.

Wann ist Fieber ein besonderer Warnhinweis?

In den folgenden Situationen muss das Auftreten von Fieber unbedingt ärztlich abgeklärt werden:

Abklärung eines Fiebers in den Tropen

Tritt während oder nach einem Tropenaufenthalt ein Fieber auf, muss die Urasche umgehend ärztlich geklärt werden. Eine Untersuchung auf Malaria ist zwingend erforderlich, sofern man sich in einem Malariarisikogebiet aufhält oder in den letzten Monaten aufgehalten hat. Sollte bei Einsetzen des Fiebers absehbar sein, dass innerhalb von 24 Stunden kein Arzt zu erreichen sein wird, so kann ein Malarianotfallmedikament eingenommen werden. Trotzdem sollte so bald wie möglich eine ärztliche Diagnostik (im Reiseland) nachgeholt und nach der Rückkehr nach Deutschland eine zusätzliche Diagnostik durchgeführt werden.

Die Verwendung von Malariaschnelltests bei Reisenden macht keinen Sinn. Testkits gehören in die Hand eines Arztes, da die Durchführung und Beurteilung der Ergebnisse fehleranfällig ist. In der Regel ist für die korrekte Diagnose einer Malaria der so genannte “Dicke Tropfen” nötig. Hierzu wird Blut abgenommen und ein Tropfen auf einen Objektträger gebracht. Dieser Blutstropfen wird getrocknet, dann erfolgt eine Giemsafärbung mit rot-blauem Farbstoff. Gut ausgestattete Kliniken verfügen zusätzlich über Testsysteme, die andere Infektionserkrankungen ausschließen können. Der behandelnde Arzt muss dann sorgfältig erläutern, welche Untersuchungen zu welchem Zweck durchgeführt werden, und der Patient muss über die Befunde und die gestellte (Verdachts)diagnose aufgeklärt werden.

Pflege und Behandlung bei Fieber
Fieberkranke Patienten, insbesondere Kinder, brauchen zunächst Ruhe und Pflege. Der Patient braucht einen sicheren Ort, wo er sich von Menschen versorgt fühlt, denen er vertrauen kann. Diese psychische Ruhe führt zu einer effektiveren Immunreaktion ohne unnötige Überreaktionen.

Ferner muss bei Fieber genügend Flüssigkeit angeboten werden, insbesondere bei Kindern. Am besten werden Zucker-Salzlösungen genutzt, die als Fertigpulver zum Auflösen in Apotheken angeboten werden. Ansonsten kann ein Tee oder Saft angeboten werden, der pro Liter einen Esslöffel Zucker und einen Teelöffel Salz enthält.

Eine Auskühlung der Patienten muss vermieden werden. Bettücher sollten für eine angenehme Wärme sorgen und den Körper leicht bedecken, ohne zusätzlich starkes Schwitzen auszulösen. Feuchte Bettwäsche kann oft gewechselt und die Haut durch Abwischen getrocknet werden.

 Fiebersenkung ist nur erforderlich, wenn die Temperatur zu schnell in gefährliche Höhen steigt und eine spezifische medizinische Behandlung noch nicht erreichbar ist. Wadenwickel sind angenehm, wenn sie leicht kühlen (also nicht kalt sind), und eine kurze Abkühlung unter der Dusche wirkt lindernd, wenn es sofort anschließend in das trockene warme Bett geht. Zur Fiebersenkung geeignet und relativ nebenwirkungsarm ist auch Paracetamol (je niedriger dosiert, desto besser). Acetylsalicylsäure ist in den Tropen weniger geeignet, da bei bestimmten Krankheiten eine Blutungsneigung verschlimmert werden kann.

Bei spezifischen Erkrankungen muss konsequent behandelt werden:

Ärztliche Qualität im Ausland

Wenn man sich mit Fieber und schwerem Krankheitsgefühl in einem fremden Land bei einem unbekannten Arzt vorstellt, kann es sehr schwierig sein, die Qualität zu beurteilen. Dies ist aber erforderlich, damit Probleme nicht „verschlimmbessert“ werden. Am besten ist es Ärzte aufzusuchen, die von vertrauenswürdigen Personen vor Ort empfohlen werden. Die folgenden Hinweise sind jedoch immer wichtig:

Vorbeugende Hinweise


Quelle

 

HEF, MG, 05.12.2012



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