Reiseinformationen - Vergiftung durch Yams


Vergiftungen durch Yams oder durch Maniok

Maniok oder Kassava und Yams zählen nach Reis, Mais und Kartoffeln zu den weltweit wichtigsten Grundnahrungsmitteln. In Zentralafrika werden jährlich 24 Mio. Tonnen Maniok produziert. Der Wassergehalt der Wurzelknollen ist hoch, so dass eine Lagerung nur nach sorgfältiger Trocknung möglich ist, wobei ein Großteil des Erntertrages durch Schimmel ungenießbar wird.
Je nach Sorte enthalten die überwiegend in Afrika verzehrten Maniok-Knollen mehr oder weniger cyanogene Glykoside, bei deren Zerfall Blausäure entstehen kann. Rohe Maniok-Arten können daher giftig sein. Auch die stärkehaltigen Yams-Arten, die in weiten Teilen Südasiens vorkommen (China, Indien, Indonesien, Thailand, Vietnam, Philippinen, Papua Neuguinea) können hormonartig wirkende Alkaloide enthalten und eine Giftwirkung entfalten. In der Regel werden wenig giftige Pflanzen für den Anbau ausgewählt, die Pflanzenknollen zu Mehl zermahlen, in kochendes Wasser eingerührt oder in Wasser mit Zusätzen zur Vergärung eingelegt  (u.a. Sägespäne) und erst nach dem Prozess der Fermentierung zu lokalen Gerichten verarbeitet. Wenn die Knollen so sachgerecht zubereitet werden, sind die Gerichte nahrhaft und gesund und nach einiger Gewöhnung auch schmackhaft.

Bei der Zubereitung der  Maniok und der Yams-Wurzel können leicht Fehler unterlaufen. So wurden auf den Philippinen Anfang 2010 zahlreiche Vergiftungsfälle von Ureinwohner in Zentral-Mindanao nach dem Verzehr von wildem Yams (einer giftigeren Yams-Sorte) gemeldet. 

Europäer sind selten von Maniok- oder Yams-Vergiftungen betroffen, da die resultierenden einheimischen Gerichte (u.a. Foufou im Afrika südlich der Sahara) für europäische Gaumen etwas gewöhnungsbedürftig sind. Im Zweifel, bei unbekannter Küchenqualität z.B. an Busstationen, fällt es Reisenden also eher leicht aus diesen Genuss zu verzichten und stattdessen ein Reisgericht auszuwählen. Werden Maniok- oder Yams-Gerichte dagegen von einheimischen Freunden zubereitet, gehen von ihnen in der Regel keine Risiken aus und es besteht kein Grund die Gastfreundschaft zu verschmähen.


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MG, HEF, 27.07.2012



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