Fachinformationen - Respiratory Syncytial-Virus (RSV)


Respiratory Syncytial-Virus (RSV)

Das RSV ist eine häufige Ursache für Infekte der oberen und unteren Atemwege. Patienten leiden meist unter Schnupfen, Hustenreiz, akuter Bronchitis und/oder Mittelohrentzündung.

Bestehen keine gravierenden Grunderkrankungen, so heilt die Infektion meist innerhalb von 1-2 Wochen aus. Schwere Verläufe finden sich mitunter bei Säuglingen, Kleinkindern und Älteren. RSV ist bei Kindern im Alter unter einem Jahr weltweit die häufigste Ursache für Lungenentzündungen und Entzündungen der kleinen Bronchien (Bronchiolen).
 
RSV werden durch Tröpfchen bei engeren Kontakten (< 2 Meter Abstand) oder durch Schmierinfektion (kontaminierte Gegenstände und Oberflächen) übertragen. Wichtigste Maßnahme zur Vermeidung von Schmierinfektionen ist das häufige Händewaschen.
Bei RSV-Infektionen findet sich eine saisonale Häufung; die höchsten Fallzahlen werden meist März/April und Oktober/November registriert.
 

Eine Röntgenaufnahme des Thorax zeigt Hyperinflation der Lunge mit einer abgeflachten Membran und bilaterale Atelektase in den rechten und linken basalen apikalen Regionen in einem 16-Tage alten Säugling.
Foto: Matteo Di Nardo, Daniela Perrotta, Francesca Stoppa, Corrado Cecchetti, Marco Marano and Nicola Pirozzi
Quelle: http://commons.wikimedia.org

 
Die Entwicklung eines Impfstoffs zur aktiven Immunisierung ist bisher nicht gelungen. Vor allem bei Kindern mit erhöhtem Risiko wie Frühgeborenen oder im Falle von Lungenfehlbildungen, m.E. auch bei angeborenen Herzfehlern, wird während der RSV-Saison eine Prophylaxe mit dem Antikörper-Präparat Palivizumab durchgeführt. Es handelt sich um einen monoklonalen Antikörper vom Typ IgG, der an der Oberfläche des Virus spezifisch „andockt“ und dem Körper hilft, den Erreger zu beseitigen.
Nachteile des Präparates: Risiko einer Überempfindlichkeitsreaktion (anaphylaktischer Schock bei < 1/10.000) und sehr hohe Kosten.
Um eine RSV-bedingte Krankenhauseinweisung zu vermeiden, müssen statistisch 17 Kinder (mit hohem Risiko) regelmäßig Palivizumab erhalten („Number needed to treat“). Für gesunde Kinder, bei denen kein erhöhtes Risiko für schwerere Krankheitsverläufe besteht, ist eine Palivizumab-Gabe NICHT angezeigt.
Die manifeste Erkrankung wird symptomatisch behandelt. Ein klinischer Nutzen von antiviralen Wirkstoffen wie Ribavirin ist nicht belegt.
 
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MG, HEF,SH, 03.08.2012



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