Fachinformationen - Bannavirus


Bannavirus

Erreger:
Bei Bannaviren (BAV) handelt es sich um Erreger aus der Familie der Reoviridae, andere Vertreter dieser Familie sind beispielsweise die Rotaviren. (BAV) wurden erstmals in der Provinz Yunnan (China) bei einem Patienten mit Symptomen einer Gehirnentzündung (Enzephalitis) isoliert. Es werden mehrere Erregertypen unterschieden, Isolate des Typs A fanden sich in Vietnam und China, A1 vor allem in Nordchina, A2 überwiegend in Südchina. Der Typ B wird in Indonesien beobachtet.

Verbreitung:
Die Ausbreitung der BAV reicht vom südlichen Asien (z.B. Südvietnam, Indonesien) bis in die gemäßigten Klimazonen Chinas hinein.

Infektionsweg:
BAV finden sich in Schweinen, Rindern, Zecken und Moskitos. Die Erreger können durch zahlreiche Moskitoarten übertragen werden. Als Überträger kommen Spezies der Genus Culex (z.B. tritaeniorhynchus), Aedes (z.B. albopictus) und Anopheles (z.B. sinensis) in Frage.  Unklar ist bislang noch, ob Vögel bei der Verbreitung eine Rolle spielen.

Inkubationszeit:
Wenige Tage

Symptomatik:
Eine Bannavirus-Infektion kann sehr leicht mit einer Japanischen Enzephalitis (JE) verwechselt werden. JE ist in der Landbevölkerung Asiens eine häufige Ursache für virale Gehirnentzündungen. Aus diesen Gründen kann eine Unterscheidung von JE und BAV-Infektion in der Praxis Schwierigkeiten bereiten. Bei etwa 14% der klinisch diagnostizierten JE-Fälle finden sich Hinweise auf eine frische Infektion mit BAV (anti-BAV, Typ IgM).

Diagnostik:
Serolgie, PCR, Kreuzreaktion mit anderen Alphaviren

Differentialdiagnose:
Japanische Enzephalitis

Therapie:
Symptomatisch

Prophylaxe:
Mückenschutz
Eine Impfung gegen JE bietet keinen Schutz vor BAV-Infektion.

Immunität:
Dauerhafte Immunität.

Gesetzliche Regelungen:
Keine

HEF, 23.03.2012



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