Reiseinformationen - FSME Impfschemata


FSME-Impfung

Ist eine Harmonisierung der Herstellerinformationen sinnvoll?

Dr. Matthias Günther

Zusammenfassung

Das Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)-Virus gehört zur Familie der Flaviviren und wird durch Zecken, vor allem Ixodes ricinus und I. persulcatus übertragen. Der europäische Subtyp des Erregers findet sich vor allem in Süddeutschland, Österreich, Schweden und Osteuropa. Infektionen können zu lebensbedrohlichen Entzündungen des Zentralnervensystems führen. Selbst in solchen Fällen liegt die Letalität bei unter 2%. Die meisten Infektionen mit dem Erreger verlaufen mild oder sogar inapparent. Die FSME-Impfung ist für alle Personen empfohlen, die sich in Endemiegebieten aufhalten und bei denen gleichzeitig ein Risiko für Zeckenstiche besteht. Im Gegensatz zu den meisten anderen Impfstoffen empfehlen die beiden Hersteller für ihre FSME-Impfstoffe unterschiedliche Impfschemata. Darüber hinaus finden sich auch abhängig vom Lebensalter jeweils  unterschiedliche Empfehlungen, wodurch die Empfehlungslage noch unübersichtlicher wird. Schließlich legen die Hersteller für den Fall, dass empfohlene Impfintervalle überschritten werden, die Verabreichung zusätzlicher Impfungen nahe, womit der bewährte Grundsatz „Jede Impfung zählt“ teilweise verlassen wird. Insgesamt wäre daher eine stärkere Harmonisierung der Hersteller-Empfehlungen auf Grundlage vorhandener Daten und gegebenenfalls im Zuge weiterer klinischer Studien wünschenswert.

Summary

Tick-borne enzephalitis vaccination: between consensus and incongruency

Tick-borne encephalitis (TBE) virus belongs to the Flavivirus family and is transmitted mainly by Ixodes ricinus and I. persulcatus. The European subtype is present for example in southern Germany, Austria, Sweden, Eastern Europe. Human infection may cause potentially life-threatening neurological disease with case-fatality rates less than two per cent. Most infections show a mild or even inapparent course. Vaccination is recommended in individuals staying in endemic regions if exposition to ticks is expected. In contrast to most other vaccines TBE-vaccines differ in  immunization schedules regarding to manufacturers´recommendations. Furthermore each schedule is adjusted to age, making the recommendations even more heterogenous. Finally, manufacturers suggest additional vaccinations  in case of exceeded vaccination intervals, in stark contrast to „Each vaccination counts“ which has been a reliable policy so far. In conclusion, further harmonizations of incongruent TBE vaccination schedules based on recent data and if necessary on further clinical trials would be desirable.

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MG, 18.10.2012



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