Reiseinformationen - HPV-Impfung


HPV-Impfung:

Seit 2007 sind in Deutschland zwei Impfstoffe gegen Infektionen mit Humanen Papilloma Viren (HPV) zugelassen (Gardasil® und Cervarix®). Einige Viren dieses Typs stehen in ursächlichem Zusammenhang mit der Entwicklung des Gebärmutterhalskrebses (Zervixkarzinom). In vielen Industrieändern wird die Impfung für Mädchen im Alter von zwölf bis 17 Jahren empfohlen. In Entwicklungsländern steht der Impfstoff aus Kostengründen nicht zur Verfügung.

Zervixkarzinom
Das Zervixkarzinom entwickelt sich auf der Basis zellulärer Veränderungen, die in der Grenzzone zweier Zellschichten am äußeren Muttermund der Gebärmutter entstehen. An dieser Stelle treffen dachziegelartig geschichtete Plattenepithel-Zellen auf Schleimzellen mit Flimmerhärchen.

Die Vorstufen des Zervixkarzinoms können bei der Krebsvorsorgeuntersuchung frühzeitig erkannt werden, in dem unter genauer Sicht (Kolposkopie) ein Abstrich aus dem Muttermund entnommen wird.


Die entnommenen Zellen werden anschließend mikroskopisch auf ihre Qualität hin beurteilt (Pap-Abstrich). Bei Frauen, die das Angebot zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen nicht wahrnehmen, steigt das Risiko, dass Frühstadien des Krebes übersehen werden. Weil Abstriche auch unsachgemäß durchgeführt oder falsch beurteilt werden können, ist eine strikte Qualitätskontrolle nötig.

Viele Faktoren führen zur Entstehung  des Zervixkarzinoms
Neben einer Infektion mit HPV sind zahlreiche andere Faktoren für die Entwicklung zur Bösartigkeit von Bedeutung (Bosch 2007):

HPV

Die HPV- Infektion wird über Hautkontakt übertragen, meist durch ungeschützten Genitalverkehr. 

Sichtbare Wucherungen der infizierten Plattenepithelzellen am Ort der Infektion (im Genital-, Oral- und Analbereich als Feigwarzen) sind meist gutartig. Die Läsionen heilen unbehandelt nach ein bis zwei Jahren ab, werden aber in der Regel aus kosmetischen Gründen beseitigt. Die Infektion kann über Jahre symptomlos aktiv bleiben und dabei weitergetragen werden.

Notwendige Vorbeugung vor Zervixkarziom unabhängig von der Impfung

HPV-Impfung
In Deutschland sind folgende Impfstoffe zugelassen:

Nach den bisherigen Erfahrungen sind die Impfstoffe hocheffektiv (>90-100%) hinsichtlich der Verhinderung einer bleibenden HPV-Infektion der jeweiligen Typen, und sie vermindern auch deutlich das Entstehen von Zellveränderungen an der Zervix, die sich später über Jahre in Krebsvorstufen und Krebs entwickeln können. Dieser Nutzen der Impfung besteht insbesondere bei Personen, die noch keine sexuellen Kontakte hatten. Wie lange dieser Schutz anhält ist ungeklärt. Die Beurteilung der Effektivität bezüglich der Verhinderung höherer Schweregrade oder von mikroinvasiven Karzinomen ist aufgrund der Datenlage schwierig. Bis 2012 konnte die Frage, ob und wenn ja wie viele Zervixkarzinome durch Impfungen verhindert werden, nicht beantwortet werden.

Empfehlungen der STIKO

Welche Risiken sind mit der Impfung verbunden?

Nach unterschiedlichen Quellen klagten etwa 90% der Geimpften über Schmerzen an der Injektionsstelle und über 15% fühlten sich durch andere vorübergehende Beschwerden in ihren Alltagsaktivitäten behindert. Es wurde im Zusammenhang mit der Impfung u.a. über z.T. bleibende neurologische Störungen unterschiedlichen Schweregrades und Störungen des Immunsystems berichtet, wobei ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung bei Krankheiten, bei denen viele Faktoren von Bedeutung sein können, meist schwer zu belegen ist. Es besteht ggf. ein erhöhtes Risiko von Fehlgeburten nach Cervarix-Impfung drei Monate nach Impfung.

Viele Fragen sind weiterhin offen
Die Abwägung von Nutzen und Risiken der Impfung kann nur durch Langzeitstudien erfolgen. Anfang 2012 fehlt u.a. der Beleg, dass die Impfung wirksam vor der Entstehung des Zervixkarzinoms schützt und die Zahl der Erkrankungs- und Sterblichkeitsraten von Zervixkarzinomen senkt. Viele weitere Fragen werden sich erst im Laufe von Jahrzehnten beantworten lassen.

Das Risiko für das Auftreten einer späteren Erkrankung könnte bei Jugendliche mit niedrigem Risiko für Zervixkarzinom niedriger sein als das Risiko des Auftretens schwerer Nebenwirkungen. Vor dem Hintergrund der unsicheren Datenlage müssen sich Informationsbroschüren und Empfehlungen sollten sich an der vorhandenen Evidenz zu Nutzen und Risiken orientieren, und nicht an dem, was durch die Impfung an Wirkung erhofft wird.

In der Beratung zur Impfung muss hingewiesen werden auf

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HEF, 31.01.2013



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