Reiseinformationen - Therapie: Infektionen durch Nadeln und Blut


Infektionsrisiko durch Nadeln und Blutprodukte

Wie häufig Personen in Entwicklungsländern durch unsauberes medizinisches Material infiziert werden, ist bisher nicht systematisch untersucht worden. Die vorhandenen unzureichenden Schätzungen sind aber ausreichend, um uns zu alarmieren. Bereits vor zwei Jahrzehnten wurde anlässlich der Untersuchung der HIV Epidemie in Kinshasa (Kongo) die Risiken für Infektionsübertragungen im Gesundheitswesen beschrieben  und gefordert, unnötige und gefährliche Injektionspraktiken zu unterbinden und die Patienten über die damit verbundenen Gefahren umfassend aufzuklären.

Bildquelle: Dr. Schmiedel, Ghana

Public Health Experten fordern mit gutem Grund, sich wesentlich intensiver wissenschaftlich mit der Problematik zu befassen und - auf der Basis vorhandenen Wissens - auch wirksame Konsequenzen der internationalen Gesundheitspolitik zu ziehen.

Bei Verdacht auf Malaria, bei einem Biss eines möglicherweise Tollwut-infizierten Tieres oder bei einem Durchfall mit Fieber müssen unverzüglich medizinische Untersuchungen und Behandlungen erfolgen. Wenn diese vor Ort nicht verfügbar sind, muss die Reise abgebrochen, bzw. unverzüglich die nächste größere Stadt aufgesucht werden.

Gegen eine Infektion, die durch Injektionen übertragbar ist (Hepatitis B) ist eine Impfung möglich. Eine Schutzimpfung gegen Hepatitis C, gegen HIV oder andere, ähnlich übertragene Infektionserreger existiert nicht.

Der Bedarf nach Gesundheitsdienstleistungen im Ausland sollte möglichst gering gehalten werden: durch Vorsorge und umsichtiges Verhalten. Dienstleistungen eines örtlichen, zunächst unbekannten, schwer beurteilbaren Gesundheitswesens müssen besonders kritisch und zurückhaltend beurteilt werden. Das gilt insbesondere für Maßnahmen, die mit Hautverletzungen einhergehen, wie Injektionen, Transfusionen, Dialysen, Operationen.

Unnötige "Körperverschönerungen", wie Tattoos, Piercings, Botoxanwendung sollten dort, wo die Qualität nicht sicher ist, unterbleiben.

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HEF, MG, 11.09.2012



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