Reiseinformationen - Insekten: Lšuse u. andere Krabbeltiere


Mitreisende Krabbeltiere

Insekten- und Zecken können in vielen Reiseländern Infektionen übertragen. Lange, luftige, helle Kleidung hält sie auf Distanz und frei bleibende Hautstellen können mit Insektenabwehrmitteln eingerieben werden. Wirksame Inhaltstoffe sind DEET, Icaridin und einige kürzer wirksame, pflanzliche Öle (Kokos-, Eukalyptusöl- oder Walnussöl u.a.). Die Hautverträglichkeit ist individuell unterschiedlich und muss getestet werden. Moskitonetze oder Klimatisierung von Räumen halten Mücken fern. Kleidung und Moskitonetze können zusätzlich imprägniert werden (z.B. durch Pyrethroide, s.u.).

Trotz aller Vorsicht kann es aber vorkommen, dass in der Kleidung, in Koffern oder auf der Haut unliebsame Kleintierchen mitreisen.

Meist können diese Spinnen, Ameisen oder Wanzen beseitigt werden, wenn der Koffer im Bad geöffnet, die Wäsche heiß gewaschen, der Koffer anschließend über der Badewanne ausgeschüttelt oder ggf. mit Seifenwasser ausgespült wird. Eine Desinfektion ist meist nicht erforderlich. Für die seltenen Ereignisse bei denen sich Ameisen o.ä. als zäh erweisen, reichen zur Desinfektion meist Pyrethroide (s.u.), und nur im Notfall dürfen Sachverständige auf potentiell sehr viel giftigere Chemikalien (z.B. Chlorpyriphos, Hexachlorcyclohexan, Benzylbenzoat) zurückgreifen.

Was tun bei Lausbefall
Läuse sind etwa zwei bis drei Millimeter große, flügellose Insekten. Sie besitzen sechs Klammerbeine, mit denen sie sich an Haaren festhalten, und einen Stechsaugrüssel, mit dem sie alle paar Stunden Blut saugen. Läuse durchlaufen folgende Entwicklungsstadien:


Kleiderlaus, Blutmahlzeit, Bildquelle: Prof. Garms, BNI

Kopfläuse übertragen im Gegensatz zu Kleiderläusen keine Infektionen. Dagegen können Kleiderläuse Bakterien (Rickettsien, Bartonellen oder Borrelien) übertragen, die fieberhafte Erkrankungen auslösen. Bei Verdacht wäre dann eine ärztliche Behandlung unbedingt erforderlich.

Die Hauptbeschwerde bei beiden Arten von Läusen ist der heftige Juckreiz, der eine Immunreaktion auf Speichelenzyme der Laus darstellt, und bei erstmaligem Befall erst nach Wochen auftreten kann. Daneben finden sich Hautrötungen und, durch das Kratzen bedingte, blutige Wunden der Haut, die sich durch Bakterienbesiedlung entzünden können.

Maßnahmen
Ob Nissen leben oder nicht (d.h. leer sind) ist meist schwer beurteilbar. Allgemein gilt eine Behandlung als notwendig, wenn ein Verdacht besteht, dass ein aktiver Befall vorliegt. Nach einer Behandlung können sich immer noch (leere) Nissen finden, diese sind dann aber durch das Haarwachstum mindestens einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt.

Um Läuse wieder loszuwerden müssen alle möglicherweise mit Läusen oder Nissen in Berührung gekommene Kleidungsstücke und auch die Kuscheltiere, Kämme, Haar- und Kleiderbürsten bei mindestens 60°C gewaschen oder alternativ für zwei Wochen in einem gut verschlossenen Plastikbeutel aufbewahrt werden. In den Haaren müssen die Tiere durch Desinfektionsmittel beseitigt werden. Das Waschen der Haare mit Shampoo säubert nur die Läuse, und auch Föne oder ein Saunabesuch beseitigen sie nicht. Das Risiko, dass eine Laus, die nicht fliegen kann, sich im Teppich verkriecht und dort lange weiterleben könntet, ist dagegen sehr klein. Läuse leben von Blut, daher würden sie ohne Hautkontakt in einer Wohnung verhungern. Trotzdem ist es auch hier gut, „lang gereiste“ Koffer nicht gerade auf dem haarigen Wohnzimmerteppich zu öffnen, um diesen dann nicht anschließend intensiv absaugen zu müssen.

Wenn ein Kind betroffen ist, das Gemeinschaftseinrichtungen besucht, muss der Befall mitgeteilt werden!

Die Desinfektion der Haare kann vorbereitet werden durch Spülungen mit Essig (ein Teil 6%iger Speiseessig auf zwei Teile Wasser, mindestens zehn Minuten einwirken lassen, kein Essigkonzentrat verwenden, oder ein bis drei Esslöffel Essig auf ein Liter Wasser) sollen die Haftung der Läuse und Nissen an den Haaren lockern und das auskämmen mit dem Nissenkamm (spezieller Kamm, Zinken nur 0.2mm auseinander) erleichtern.

Bei einer anschließenden Behandlung ist auf die Einwirkzeit zu achten (in der Regel 45 Minuten). Die Haare müssen dabei durchfeuchtet sein.

Da (bei verträglichen Mitteln) nicht sofort alle Läuse und Eier abgetötet werden, muss die Behandlung mehrfach wiederholt werden. Alternativ hierzu kommt nur die radikale Haarverkürzung in Frage.

Produkte gegen Kopflausbefall:


Behandlung

 Quelle:

 

Links:

RMZ, 24.10.2012



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