Fachinformationen - Kommunikation: Patientenempowerment, 1999


 

Stärkung der Patientenposition, Gesundheitswesen

Helmut Jäger, Das Gesundheitswesen, 1999 (61):269-273

Zusammenfassung

 

Neben Krankheitsvorbeugung (Prävention) und Förderung von gesundheitsbewußtem Verhalten (Gesundheitspromotion) sind Maßnahmen zur Stärkung der Patientenposition [1] gegenüber den Anbietern von Gesundheitsleistungen in Deutschland noch relativ neu. Konsumentenerfahrungen und -urteile sind entscheidende Faktoren für ein funktionierendes Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen. Allerdings werden Empfänger von Dienstleistungen noch zu wenig in die Entscheidungsfindung einbezogen, und sie haben meist sehr begrenzte Möglichkeiten, die Qualität der an ihnen erbrachten Leistungen zu beurteilen. Im Vergleich zu anderen mitteleuropäischen Ländern ist in Deutschland die Patientenposition und der Einfluß von Patientengruppen noch sehr schwach. Gesundheitsministerien, Krankenkassen und Verbraucherverbände erkennen jedoch zunehmend die Chance zur Verringerung der Nachfrage nach unnötigen und unwirksamen Behandlungsmethoden durch Stärkung der Verbraucherposition. Patientinnen und Patienten mit akuten Krankheiten, gesunde Adressaten von Screeningmaßnahmen und Menschen mit chronischen Leiden können durch gezielte Unterstützung die Qualität der an ihnen erbrachten Dienstleistungen besser bewerten, aber auch selbstsicherer und selbstverantwortlicher umgehen mit der Anpassung an neue Lebensphasen, mit spezifischen Gesundheitsproblemen, chronischen Beschwerden, körperlichen oder geistigen Einschränkungen, Verlust und Sterben. Dem Öffentlichen Gesundheitsdienst bietet sich in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, sich noch stärker als bisher als Anwalt von Patienteninteressen zu bewähren.
 

Stärkung der Patientenposition, Gesundheitswesen (PDF)

 

RMZ, 03.03.2011



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