Reiseinformationen - Insekten: Ringelschnake und Tigermücke


Tigermücke oder Ringelschnake

Da die "Asiatische Tigermücke" immer wieder in den Medien auftaucht, ist das öffentliche Bewusstsein für diesen exotischen Plagegeist sprunghaft gewachsen. Erkennbar wird dies vor allem an den immer häufigeren, vermeintlichen Sichtungen der im Fachjargon Aedes albopictus genannten Stechmücke in der deutschen Natur, nachdem diese in meist recht undeutlichen und kleinen Bilder in Zeitungsartikeln oder im Fernsehen gezeigt wurde.

Die Sorge um das Auftreten dieser Mückenart ist keineswegs unbegründet. Die ursprünglich aus Ost- und Südasien stammende Tigermücke hat sich seit den 1970er Jahren in vielen Weltregionen, so z.B. in weiten Teilen der USA, angesiedelt. Auch Europa wird seit etwa 1990 von ihr heimgesucht, wobei es in Italien im August 2007 bei fast 200 Personen zum Ausbruch einer tropischen Viruserkrankung, dem von der Aedes albopictus übertragendem Chikungunya-Fieber, kam. Dies war der bislang erste bekannte Fall einer massenhaften Übertragung außerhalb der tropischen Ursprungsgebiete des Virus.

Exemplare der Tigermücke wurden in Holland, Belgien, in der Schweiz und auch in Deutschland vereinzelt nachgewiesen. Allerdings kann sie leicht mit einheimischen Mückenarten verwechselt werden, vor allem mit der sogenannten "Ringelschnake" (Culiseta annulata ). Wie die Namen bereits andeuten, sind beide Arten durch Tigerung bzw. Ringelung gekennzeichnet. Im direkten Vergleich ist dies jedoch bei der Tigermücke viel ausgeprägter.

Links die kleinere, aber kontrastreicher gefärbte "Asiatische Tigermücke", rechts die einheimische "Ringelschnake". Quelle: Bundeswehr, BNI

Auch ein direkter Größenvergleich macht die Unterscheidung möglich. Während die exotische Tigermücke nur magere sieben Millimeter Körperlänge erreicht, zählt die Ringelschnake mit der fast doppelten Länge zu den Riesen unter den Stechmücken. Erst bei näherem Hinsehen (Lupe) wird ein Merkmal erkennbar, das der Tigermücke den lateinischen Namen "albopictus" einbrachte, was so viel wie "der Weißgezeichnete" bedeutet: die Tiere haben auf der vorderen Rückenhälfte eine feine, weiße Linie. Eine derartige Zeichnung fehlt bei unserer Ringelschnake völlig.

Links die namensgebende, weiße Rückenzeichnung bei "Aedes albopictus", rechts die unauffällig gefärbte "Culiseta annulata" (gleiche Vergrößerung). Quelle: Bundeswehr, BNI

Die Ringelschnake gehört wie die "Gemeine Hausmücke" (Culex pipiens) zu den Arten, die als ausgewachsene Weibchen überwintern. Erst diese Eigenschaft lässt die Mücken auffällig werden, denn sie sammeln sich im Herbst z.T. massenhaft in Häusern oder Kellern, um dort Überwinterungsquartiere zu suchen. Die ungewöhnliche Erscheinungszeit (verbunden mit gelegentlichem Blutsaugen) und die Größe der Tiere verstärken dabei die Wahrnehmung.

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RMZ, 24.10.2012



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