Reiseinformationen - Malaria: Empfehlungen


Empfehlungen zur Malariaprophylaxe

Risikoeinschätzung
Obwohl die Malaria eine der am meisten verbreiteten Erkrankungen der Welt ist, und in zahlreichen tropischen und subtropischen Ländern vorkommt, ist die Einschätzung des tatsächlichen Risikos, das für einen Reisenden besteht, nur schwer möglich. Das  individuelle Risiko ist abhängig von zahlreichen Faktoren wie:

Bei der Risikoeinschätzung ist auch zu bedenken, dass bei Einnahme von Malariamedikamenten unter bestimmten Umständen, nämlich wenn das Malariarisiko außerordentlich gering ist, das Risiko schwererer Medikamenten-Nebenwirkungen das statistische Risiko einer Malaria überwiegen kann. Umgekehrt kann in bestimmten Regionen, z.B. Westafrika oder Papua Neuguinea eine so große Gefahr für Malaria bestehen, dass dem gegenüber das Risiko für Medikamenten-Unverträglichkeiten meist zu vernachlässigen ist.  

Delphi-Methode
Es existieren wenig systematische Untersuchungen zur genauen Einschätzung des Malaria-Risikos bei Reisenden. Bei Fragen in denen wenig Daten verfügbar sind und (daher) auch keine einheitliche Meinung unter den Experten besteht, kann die "Delphi-Methode" angewendet werden. Diese Technik wurde 1952 entwickelt, um den Prozess der  Meinungsbildung bei unklarer Datenlage zu moderieren. Bei der Befragung von 22 europäischen Experten wurde die Delphi-Methode angewendet, um Empfehlungen zur Malariaprophylaxe in besonders schwierigen Fällen zu harmonisieren.

Ergebnisse
Die größten Unterschiede fanden sich bei der Einschätzung des Risikos bei Reisen nach Indien, Fernost und Südamerika.
Übereinstimmend wurden die Malariamedikamente Mefloquin (Lariam®), Atovaquone/Proguanil (Malarone ®) und Doxycyclin als gleichwertig hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit eingestuft. Dem Mückenschutz wurde ein hoher Stellenwert bei der Verringerung des Malariarisikos zugeschrieben, interessanterweise vor allem für Regionen mit geringerem Risiko und Vorkommen von Plasmodium vivax, dem Erreger der weniger gefährlichen Malaria tertiana. Bei den Empfehlungen wurde ein Nord-Süd-Gefälle beobachtet, Experten aus dem Norden Europas tendierten häufiger dazu, eine Malariaprophylaxe zu empfehlen als ihre Kollegen aus Zentraleuropa. Experten aus den Mittelmeerländern lagen mit ihrer Bereitschaft zur Empfehlung einer Malariaprophylaxe  zwischen den beiden Gruppen. Die Unterschiede innerhalb der einzelnen Länder waren nur gering. Dies spricht für den Einfluss der jeweiligen nationalen Richtlinien. Werden jedoch nicht nur Experten, sondern eine breitere Schicht von Ärzten eines Landes befragt, kann die Zahl der unterschiedlichen Empfehlungen wiederum stärker variieren.

Quelle

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RMZ, 03.08.2012



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