Fachinformationen - Ostreopsis ovata und andere Algen


Ostreopsis ovata und andere Algen

Algen sind Mikroorganismen des Wassers. Sie werden von Fischen über die Nahrungskette und direkt von Muscheln aufgenommen. Der Begriff „Muschelvergiftung“ oder „Fischvergiftung“ weist darauf hin, dass die Gifte (Toxine) über den Verzehr von verseuchten Muscheln oder Fisch in Menschen aufgenommen werden können. Je mehr Toxine aufgenommen werden, desto größer sind die Ausfallerscheinungen von Organen und desto stärker die Krankheitssymptome.
Algenblüten

Giftbildende Algen gehören vier Klassen an

Die Toxine (Saxotoxine), die sich in der Nahrungskette anreichern, werden nach Organismen klassifiziert, von denen sie gebildet werden. Je nach Giftwirkung in Menschen, Säugetieren und Vögeln werden sie unterteilt in:

Ostreopsis ovata
Die Alge Ostreopsis ovata ist ein zweihundertstel Millimeter groß und gehört zur Gruppe der Dinoflagellaten (Gambierdiscus toxicus, Prorocentrum spp., Ostreopsis spp., Coolia monotis). Sie wurde erstmals 1981 als Art beschrieben, kommt in tropischen Gewässern vor und kann sich bei günstigen Temperaturen auch weiter nach Norden beziehungsweise Süden ausbreiten. Im Mittelmeer wurde sie erstmals 1989 beschrieben. Ostreopsis ovata liebt Wärme, Licht, ruhiges Wasser, Hochdrucklagen und hohe Stickstoff- und Phosphor-Konzentrationen.
Als Effloreszenz oder Blüte wird eine massenhafte Vermehrung der Alge bezeichnet, die an rot-braun verfärbten Schaumkronen erkennbar ist und einhergeht mit dem Absterben von Meeresfauna. Als Ursachen der Algenblüten werden diskutiert:

Symptome
Krankheitsereignissen gehen Inhalation, Verschlucken oder direkter Kontakt beim Baden oder Tauchen voraus. Die Inkubationszeit beträgt etwa drei Stunden. Die Algen vermehren sich nicht im Menschen, lösen aber durch ihre Toxine und die Belastung mit Fremdeiweiß (z.B. in den Bronchien bei Konzentrationen über 25.000 Zellen pro Liter Meerwasser) zum Teil heftige Reaktionen aus:

Meist bilden sich die Symptome innerhalb weniger Stunden bis zu einem Tag zurück. Ciguatera-ähnliche Symptome sind möglich, wurden aber bisher noch nicht im Mittelmeer beschrieben. Leberschäden und Todesfälle sind sehr selten, wurden aber nach Genuss von Muschel- oder Krabbengerichten beschrieben.

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RMZ, 12.02.2009



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