Reiseinformationen - Naturkatastrophen


Naturkatastrophen

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Naturkatastrophen sind regelmäßig auftretende Phänomene, doch nur wenige werden der gesamten Weltgemeinschaft so bewusst und bleiben so lange in Erinnerung wie der verheerende Tsunami im Dezember 2004. Denn nur selten werden, wie in diesem Fall, auch Menschen aus den reichen Teilen der Erde betroffen. Dabei sind weltweit bis zu 2 Milliarden Menschen dauerhaft der Gefahr von Naturkatastrophen ausgesetzt. Und der wesentliche Faktor, der zu dieser Gefährdung beiträgt, ist die Armut. Arme Länder verfügen nur über eine schwache Infrastruktur, die im Notfall überfordert ist, und arme Menschen können es sich nicht leisten, in sicheren Gegenden zu siedeln. Kommt es zu Katastrophen mit folgender Massenflucht, so sind es oft die inadäquaten provisorischen Unterbringungen, die die größte Gesundheitsgefahr bergen. Hier ist die Trinkwasser- und Nahrungsmittelversorgung regelmässig mangelhaft und die hygienischen Verhältnisse schlecht. Dabei spielt die oftmals getroffene Unterscheidung zwischen „natürlicher“ und „menschgemachter“ Ursache einer Katastrophe eigentlich keine Rolle: letztendlich ist das Ausmaß einer Katastrophe immer „menschgemacht“, denn wären Menschen nicht gezwungen in bedrohten Gebieten zu siedeln oder hätten sie die Mittel, ihre Häuser sicherer zu bauen, würden natürliche Phänomene weit weniger Schaden anrichten.

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Erdbeben
Bewegungen der Erdkruste finden jeden Tag statt, bleiben jedoch (außer für die Seismologen = Erdbebenforscher) unbemerkt. Ihre Stärke wird mit der logarythmischen Richterskala gemessen, d.h. ein Beben der Stärke 6 ist 100x stärker als ein Beben der Stärke 5. Die größte Gefahr bei einem Beben geht von zusammenstürzenden Häusern aus, wobei mehrstöckige Häuser durch entstehende Hohlräume den Bewohnern sogar etwas mehr Schutz bieten können. Bei einem Beben werden weit mehr Menschen z.T. schwer verletzt als getötet, doch die Versorgung der Verletzten kann meist nur notdürftig erfolgen. Der Zusammenbruch der Kommunikationswege stellt ein weiteres großes Problem dar. Welchen Einfluss die Qualität der Behausung auf die Zahl der Opfer hat, zeigt folgendes Beispiel: 1971 kam es in San Fernando in Kalifornien zu einem Beben der Stärke 6,6. Im betroffenen Gebiet wohnten damals 7 Millionen Menschen. Es wurden 60 Menschen getötet, 2500 verletzt und 915 Häuser beschädigt. Ein Jahr später bebte in Nicaragua die Erde mit der Stärke 5,6, also 100x schwächer. Im betroffenen Gebiet wohnten nur 420.000 Menschen, doch wurden 6000 getötet und 20.000 verletzt. 50.000 Häuser wurden beschädigt.


Erdbebenzonen:


Flutwellen (Tsunamis)
Flutwellen entstehen durch Seebeben. Sie können sich über große Entfernungen bewegen und bauen sich erst in Landnähe zu Wasserwänden auf. Ertrinken ist bei Flutwellen die Haupttodesursache.


Erdrutsche
Schwere Regenfälle können den Untergrund destabilisieren, der sich dann als Erdrutsch in Bewegung setzt und schwere Zerstörungen anrichtet. Vor allem dort, wo eine exzessive Rodung natürlicher Baumbestände stattgefunden hat, besteht eine solche Gefahr. Dies findet sich häufig in der Umgebung sog. Megastädte (Megastädte) in Entwicklungsländern, wo sich riesige Slums befinden, denen die Vegetation zum Opfer gefallen ist und der restliche Baumbestand als Feuer- oder Bauholz vernichtet wird.

Überschwemmungen
Neben den Opfern selbst sind bei ausgedehnten Überschwemmungen oft auch Ernteverluste, Obdachlosigkeit und langanhaltende Verwüstungen der landwirtschaftlichen Nutzfläche zu beklagen.

Vulkanausbrüche
Gebiete mit früherer aber auch mit aktueller vulkanischer Aktivität zeichnen sich durch sehr fruchtbaren Boden aus, weswegen sie in der Regel dicht besiedelt sind. Obwohl die Gefahr ernsthafter Verletzungen durch Steinschlag, giftige Gase und Verbrennungen im Falle eines Ausbruchs besteht, hat der Verlust an landwirtschaftlicher Fläche und Behausungen die schlimmsten Folgen für die einheimische Bevölkerung.

Tropenstürme
In den ganzen Tropen gibt es saisonal schwere Wirbelstürme. Sie entstehen über den aufgeheizten Ozeanen und ziehen z.T. weit landeinwärts. Diese heißen im Indischen Ozean Zyklone, im Pazifik Taifune und im Atlantik und der Karibik Hurrikane. Die tropischen Wirbelstürme bringen schwerste Niederschläge mit sich, die für die meisten Schäden verantwortlich sind. Ausläufer großer Hurrikane machen sich auch bei uns als niederschlagreiche Tiefdruckgebiete bemerkbar. Tropenstürme sind ein weiteres Beispiel dafür, welchen Einfluss die ökonomischen Verhältnisse auf die Opferzahl haben: Die Hurrikane im Südosten der USA fordern viel weniger Opfer als ein vergleichbarer Sturm z.B. auf den Philippinen.

Bildquelle: Till Bartels

Für Reisende sind Naturkatastrophen eher von nachrangiger Bedeutung. Reisen sind meist planbar, so dass man z.B. außerhalb der Wirbelsturmsaison reisen kann oder nach Naturkatastrophen betroffene Regionen meidet. Für die einheimische Bevölkerung sind sie jedoch von erheblicher Bedeutung, da betroffene Regionen oft Jahre brauchen, um sich von den Folgen zu erholen.

Bemerkenswert ist, dass in manchen Gebieten, z.B. in Mexiko, historische Hotels mehr Sicherheit bieten können als Neubauten, denn sie haben bereits einiges überstanden und die Qualität der Neubauten leidet mancherorts an der allgegenwärtigen Korruption.

RMZ, 10.08.2012



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