Reiseinformationen - Gift: Octopus, Schnecken und Seeigel


Octopus, Schnecken und Seeigel

Die Lust des Reisens führt abenteuerlustige Touristen auch in weit entfernte Winkel der Erde. Da taucht die Frage auf, welche Gifttiere man im Reiseland antrifft und wie man sich gegen sie schützt. Begegnungen mit Gifttieren im Wasser sind aber ein eher seltenes Erlebnis.

Jedes Unterwasserlebewesen hat sein eigenen Schutzmechanismus, manche Tiere flüchten bei Gefahr, andere schwimmen von vornherein im Schwarm und manche Unterwasserbewohner sind giftig. Es gibt giftige Quallen, Schwämme, Korallen, Seeanemonen, Schnecken, Octopus, Würmer, Fische und Schlangen. Diese Tiere haben spezielle Gewebe und Organe die Gift produzieren, ein Drüsengewebe, dass das Gift speichert und ein Werkzeug mit dessen Hilfe das Gift injiziert wird.

Durch den Biss oder Stich eines Gifttieres wird das Gift in die Haut gespritzt. Von dort gelangt es, durch das Lymph- und Kapillarsystem, in den Kreislauf. Erste lokale Reaktion ist oft ein starker Schmerz an der Einstichstelle. Bisse oder Stiche entstehen vorwiegend durch Versuche die Tiere zu fangen, mit ihm zu spielen oder durch das Hantieren mit ihnen.

Octopus
An den Küsten Australiens, Neuguineas und den Philippinen lebt der blaugeringelte, bis zu 20 cm große Octopus. Der Name verweist auf seine Eigenschaft, bei Erregung leuchtende Ringe auf seinem Körper zu präsentieren. Er verfügt über ein starkes, lähmendes Gift, das auch für den Menschen tödlich sein kann. Der blaugeringelte Octopus ist der einzige seiner Art, der einem Menschen gefährlich werden kann. Vergiftungen durch den Biss dieses Tieres kommen fast ausschließlich dadurch zustande, dass ein Octopus in einem Gezeitentümpel gefunden, aufgehoben wird. Der Biss selbst ist wenig schmerzhaft, doch das dadurch injizierte Gift führt innerhalb weniger Minuten zu Schwäche, Lähmungserscheinungen bis zu Atemstillstand und Herzversagen. Das kleine Tier ist normalerweise scheu und greift einen Menschen nicht an.

Schnecken
Kegelschnecken werden wegen ihres wunderschön gemusterten kegelförmigen Gehäuses gern als Souvenirs gesammelt. Einige im tropischen und subtropischen Indopazifik vorkommende Kegelschneckenarten verfügen über harpunenartige, giftige Zähnchen, die sie zur Lähmung ihrer Beute nutzen. Je nach Art werden Würmer, andere Schnecken oder Fische gejagt. Der Giftzahn wird mit solcher Wucht aus dem Gehäuseeingang herausgeschleudert, dass er selbst einen Handschuh durchdringen kann. Vor allem die Fische jagenden Kegelschneckenarten können dem Menschen gefährlich werden. Das von ihnen injizierte Gift kann zu Taubheitsgefühlen, Muskellähmungen und Atemstillstand führen.
Fassen Sie daher lebende Schnecken nicht oder nur am hinteren, dicken Gehäuseende an. Nach einem Stich durch eine Kegelschnecke, der ein leichtes Brennen verursacht, sollten Sie sich in ärztliche Behandlung begeben.

Stachelhäuter
Fast alle Stachelhäuter, wie z.B. Seesterne und Seeigel, produzieren Gift, die meisten von ihnen nutzen ihr Gift zur Abwehr von Bakterien und zur Vermeidung von Besiedelung. Sie haben keine „Apparatur“, mit der sie jemandem das Gift injizieren könnten, sondern wirken erst giftig, wenn sie verletzt oder gegessen werden.

Bei den Seesternen kann nur eine Art dem Menschen gefährlich werden: Der Dornenkronenseestern, der, wie der Name schon andeutet, über beachtliche Kalkstacheln verfügt, die noch dazu mit giftigem Drüsengewebe überzogen sind. Dornenkronenseesterne, die eine Größe bis zu 40 cm erreichen, leben in den Korallenriffen des Pazifiks, im Great Barrier Reef Australiens und im Roten Meer. Tritt man in seichtem Wasser auf ihre Stacheln, so dringen diese tief in die Haut ein und brechen häufig dabei ab. Neben dem starken Schmerz treten Schwellungen, selten auch Übelkeit auf. Die im Gewebe steckenden Kalkstacheln sollten mit einer Pinzette entfernt werden, da Kalkbruchstücke Wucherungen im Gewebe auslösen können.
Dies gilt ebenfalls für die in der Haut steckenden Stacheln von Seeigeln. Die Seeigel der europäischen Meere sind weitgehend ungefährlich, aber dennoch ist der Kontakt mit ihren Stacheln schmerzhaft. Da Seeigel nachtaktiv sind, verbergen sie sich tagsüber in Spalten im Riff, daher sollte man immer Schuhe anziehen, wenn unterwasserliegende Felsen betreten werden. In tropischen Gewässern leben Seeigelarten, wie z.B. Lederseeigel und Diademseeigel, deren Gift nicht nur Schmerzen sondern auch Lähmungserscheinungen verursachen können.
In der Haut sitzende Stacheln sollten möglichst vollständig entfernt werden und die Einstichstellen mit Alkohol und Jod desinfiziert werden.

Empfehlungen für Touristen, die zum Schwimmen, Tauchen und Schnorcheln in tropische Länder fliegen:

Empfehlungen, wenn es zu einem Stich oder Biss gekommen ist:

Nicht ratsam ist:

 

RMZ, 08.08.2012



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