Reiseinformationen - Gift: Kreuzotter


Kreuzotter

Nach einem abflauenden Winter werden die Tiere langsam wieder munter. Schlangen werden wir auch dann eher nicht oder nur sehr selten begegnen, und wenn ist es meist eine interessantes aber harmloses Erlebnis. Eine Bedrohung durch Giftschlangen gibt es für Wanderer im heimischen Europa nicht, obwohl auch bei uns giftige Schlangen vorkommen. Nur selten kann es einmal in Deutschland, Großbritannien und in den skandinavischen Ländern zu einem Schlangenbiss kommen kann.

Vorkommen
Als die Nordeuropäerin kann man die in Deutschland vorkommende Kreuzotter (Vipera berus) bezeichnen, denn sie ist insbesondere in den nördlichen Breiten heimisch. Ihr Ausbreitungsgebiet ist außergewöhnlich groß. Im Westen von Nordfrankreich beginnend erstreckt es sich über ganz Nord- und Mitteleuropa, über Osteuropa, bis in den äußersten Osten des eurasischen Kontinents. Auch Sibirien, die Polarregion bis zum 67 ° nördlicher Breite und die am Pazifik liegenden Inseln Sachalin und Schantar gehören noch zu ihrem Verbreitungsgebiet. In Deutschland steht die Kreuzotter unter Naturschutz. Durch Zersiedlung ihres Lebensraumes und durch die früher gnadenlos betriebene Jagd ist sie zwar noch nicht vom Aussterben bedroht, aber doch eine der seltenen Tiere. Die Kreuzotter hat ihre Heimat in ganz Deutschland, in Norddeutschland ist sie häufiger anzutreffen, in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und weiten Teilen Nordrhein-Westfalen kommt sie nicht vor.

Verbreitungsgebiet und Gewohnheiten
Diese zur Familie der Vipern (Viperidae) gehörende Otter liebt Orte die zwei Dinge gleichzeitig zu bieten haben: Feuchtigkeit und Kühle. So bevorzugt sie Moore, Sümpfe oder Waldlichtungen und Heideflecken in der Nähe von Bächen. Aber auch an steinigen Berghängen bis in eine Höhe von 3000 Metern ist sie zu finden. Zu Bissen durch Kreuzottern kommt es nur zwischen März und September, da die Schlangen überwiegend während dieser Zeit aktiv sind. Im September ziehen sich die Kreuzottern zu einem ausgedehnten Winterschlaf zurück. Sie suchen sich ein feuchtes, mummeliges Plätzchen, zum Beispiel in einer Nagerhöhle oder unter einem hohlen Baumstumpf und verschlafen dort die frostigen Monate. Ihren Winterschlaf verbringt die Kreuzotter nicht gerne allein und so schlafen die Schlangen oft in kleineren oder größeren Gruppen von einem bis zwei Dutzend Tieren zusammen.

Aussehen
Die Kreuzotter ist eine kleine, eher zierliche Schlange. Im Normalfall wird sie nicht länger als 60 bis 70 cm. Über Kreuzottern mit einer Länge von über einem Meter wird berichtet, sie stellen wohl aber nur die absolute Ausnahme dar. Der Kopf der Kreuzotter ist dreieckig und setzt sich deutlich von ihrem schlanken Hals ab. Kreuzottern kommen in verschiedenen Farben vor. Am bekanntesten ist sicherlich das dunkle Wellen- und Zickzackmuster, das sich längs des Rückrades ringelt. Die Grundfarbe dieser Kreuzotterart schwankt zwischen weiß-grau beim Männchen und ocker bis braun beim Weibchen. Anders die einfarbigen Kreuzottern: früher ging man davon aus, dass es sich bei ihnen um andere Schlangenarten handelte. Aus diesem Grunde gab man ihnen auch eigene Namen. Die „Höllenotter“ ist eine Kreuzotter, deren Haut tiefschwarz ist. Oder die seltene vorkommende „Kupferotter“ die eine rotbraun, kupferfarbene Variante der Kreuzotter ist.

Schlangenbisse
Um Schlangenbisse zu vermeiden sollte man die allgemeinen Verhaltensregeln beachten. So sollte man festes Schuhwerk und lange Hosen tragen. Sich im Gelände aufmerksam bewegen und hinblicken, wohin man geht und greift. Nicht im Gebüsch oder in unbekanntem Terrain wühlen und unter Steinen graben. Schlangen nicht berühren oder einfangen, auch wenn sie tot zu sein scheinen. In Deutschland ist es in den letzten Jahrzehnten immer wieder zu Verletzungen durch Kreuzotterbisse gekommen. Aufgrund der guten Gesundheitsversorgung hat es in Deutschland aber in den vergangenen 30 Jahren nur einen Todesfall durch den Biss einer Kreuzotter gegeben. Im Jahr 2004 verstarb eine 81 jährige Frau kurz nach dem Vipernbiss auf der Insel Rügen. Laut Auskunft der Informationszentrale gegen Vergiftungen des Universitätsklinikums Bonn mussten in dem Zeitraum von 1972 bis 1995 nur 64 Menschen wegen Vipernbissen stationär versorgt werden. In 42 dieser Fälle traten bei den Gebissenen ausschließlich leichte Symptome auf. In Skandinavien ist die Zahl der Personen, die von Kreuzottern gebissen werden höher. In Schweden geht man von ungefähr 1.300 Kreuzotterbissen im Jahr aus. Der Großteil der Gebissenen wird aber auch hier nur sehr leicht verletzt, denn nur ca. 160 Menschen müssen mit ihren Bissverletzungen auf einer Krankenstation behandelt werden. Ernste Verläufe mit Langzeitfolgen sind sehr selten. Die British Association for Accident and Emergency Medicine (Britische Vereinigung für Not- und Unfallmedizin) schätzte 1996 die Zahl der Kreuzotterbisse in Großbritannien auf 40-90 Personen.

Fazit
Über die genaue Zahl der Schlangenbisse in Europa lässt sich nur wenig sagen, denn das Zahlenmaterial ist mehr als dürftig. Bisher gibt es leider weder eine deutsche, noch eine europäische Statistik die Auskunft über die Häufigkeit und Schwere von Schlangenbissen gibt.

RMZ, 08.08.2012



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