Reiseinformationen - Gift: Landtiere


Gifttiere an Land

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Reisende in einem "normalen" Urlaub Bekanntschaft mit einem Gifttier machen werden. Durch Tiere verursachte Vergiftungen werden im Allgemeinen eher über- als unterschätzt. Selbst in den Tropen sind Skorpion- und Schlangenbisse nur selten für Touristen eine Gefahr, sondern vielmehr für dort lebende Fischer, Feld- und Waldarbeiter, die in ihren Hütten und bei der Arbeit auf Gifttiere treffen. Auch die Gefährlichkeit der Vergiftungen wird überschätzt. Z.B. überleben 80-90 % der Menschen, die von einer hochgiftigen Kobra oder Klapperschlangen gebissen wurden, selbst wenn sie nicht behandelt wurden.

Das Gift hat für die Tiere entweder den Zweck, ihre Beute zu lähmen oder zu töten oder sich selbst für andere Tiere ungenießbar zu machen. Dem Menschen gegenüber verhalten sie sich in den meisten Fällen defensiv und beißen nur, wenn man sie provoziert oder auf sie tritt.

Sollten Reisende abseits geschützter Hotelanlagen unterwegs sein, kann es dennoch wichtig sein, sich darüber zu informieren, auf welche giftigen Tiere und auch Pflanzen Sie im Urlaubsland treffen könnten, da Vergiftungen aufgrund der vielfältigen Giftstoffe (Toxine) nur schwer nachzuweisen sind.

Gifttiere haben im Lauf der Evolution eine erstaunliche Methodenvielfalt entwickelt, um sich mithilfe selbst produzierter oder mit der Nahrung aufgenommener Gifte gegen andere behaupten zu können. Neben stechenden Insekten und Skorpionen und beißenden Spinnen und Schlangen gibt es Tiere, die wie z.B. Blattwanze und Bundfüßler übelriechende Sekrete oder sogar Blausäure absondern, Raupen, deren gifthaltige Brennhaare bei Berührung aufbrechen und Frösche, deren Haut sehr wirksame Gifte enthält.
Eine beliebte Methode unter Insekten, sich Feinde vom Leib zu halten, besteht darin, toxinhaltige Pflanzen zu sich zu nehmen, um für andere ungenießbar zu werden. Die Raupen des Monarchfalters ernähren sich z.B. von einem Gewächs, das giftige, das Herz schädigende Stoffe enthält und bei Vögeln Erbrechen hervorruft, sobald sie den Falter verspeist haben. Der Lerneffekt rettet nicht nur anderen Monarchfaltern das Leben, sondern auch den Vizekönigsfaltern, die ihm äußerlich ähneln.

Durch die Vielzahl der vorkommender Giftstoffe und ihrer Wirkungsweisen ist eine Behandlung im Fall einer Vergiftung oft nur symptomatisch möglich. Gegen die wenigsten Giftstoffe gibt es Antiseren, die auch nicht immer greifbar sind. Da Antiseren allergische Reaktionen auslösen können, sollten sie nur bei sehr schweren Fällen eingesetzt werden. Nehmen Sie kein Antiserum mit in den Urlaub! Es muss gekühlt gelagert werden und es gibt kein allgemeines Serum gegen Gifttiere. Antiseren dürfen nur vom Arzt verabreicht werden.

Besonders gefährdet sind bei allen Vergiftungen die Kinder, deren kleine Körper mit der gleichen Giftmenge wie Erwachsene fertig werden müssen.

HEF, 08.08.2012



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