Fachinformationen - Western Equine Enzephalitis


Western Equine Enzephalitis

Erreger:

Western equine encephalitis (WEE)-Virus; Togavirus, Genus: Alphavirus (RNA)

Verbreitung:
Kanada bis nördliches Südamerika. Erkrankungen beim Menschen meist im Zuge kleinerer Epizootien in Pferdepopulationen. Seltene Erkrankung mit nur ca. 10 Fällen/Jahr in den USA

Infektionsweg:
Culex spez. (Stechmücken), insbesondere Culex tarsalis und Culiseta, aber auch Aedes spez. Vögel sind Reservoirtiere; sie erkranken nicht, und die Erreger können bis zu einem Jahr in ihnen persistieren.

Bildquelle: Himmel/Gerstenberg


Inkubationszeit:
5-15 Tage

Symptomatik:
Meist verlaufen die Infektionen unbemerkt. Selbst klinische Erkrankungen verlaufen meist mild und heilen vollständig, jedoch mitunter etwas protrahiert aus. Schwere Erkankungen kommen ebenfalls vor. Plötzliches Auftreten von Unwohlsein, Fieber und Kopfschmerzen, öfters auch verbunden mit Übelkeit, Erbrechen, Schwindelgefühl, Lichtempfindlichkeit, Atemwegssymtomen, abdominellen Schmerzen und Myalgien. Je jünger der Patient, desto schneller und schwerwiegender sind die beobachteten Krankheitsverläufe. Abhängig vom Alter des Patienten und Schwere der Erkrankung werden auch die folgenden Symptome beobachtet: Muskelschwäche und -steife, vermindertes Ansprechen der Reflexe, Nackensteifigkeit, Muskelspasmen, Gefühlsverlust und Paralyse. Ungefähr 2% der Kinder und 0,1% der infizierten Erwachsenen entwickeln eine Enzephalitis, davon 3-7% mit schweren Verläufen. Nach akuter Erkrankung findet sich einige Patienten eine verlangsamte Genesung , die Monate bis Jahre dauern kann. In dieser Zeit leiden die Patienten noch unter Abgeschlagenheit, Reizbarkeit, Kopfschmerzen und Zittern. Selten finden sich bleibende Gesundheitsprobleme wie motorische Schäden, Gedächtnisschwäche, emotionale Labilität und Reizbarkeit. Kleinkinder und Kinder sind deutlich eher von Folgeschäden betroffen als Erwachsene.

Diagnostik:
Virusnachweis: Virusisolierung aus Serum in Zellkulturen oder Labortieren mit anschließenden Nachweistests (IF, RT-PCR) Serologie: Nachweis von spez. IgM und IgG Antikörpern mittels ELISA, IF, NT oder HI; Kreuzreaktionen mit anderen Alphaviren sind zu beachten.

Differentialdiagnose:
West-Nil-Fieber, St. Louis Enzephalitis, andere Arbovirosen

Therapie:
Symptomatisch

Prophylaxe:
Derzeit ist keine Schutzimpfung verfügbar. Schutz vor Mückenstichen, besonders in der Dämmerung und nachts. Ggf. Anwendung mückenabweisender Mittel. U.U. Schlafen unter Moskitonetz.

Gesetzliche Regelungen:
Viral bedingte Meningoenzephalitiden sind meldepflichtig bei Erkrankung und Tod.

RMZ, 15.11.2012



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