Fachinformationen - Toxokariasis


Toxocariasis, Larva migrans viszeralis

 

Bildquelle: Werner Schönherr


Erreger:

Toxocara canis (Hundespulwurm), Toxocara mystax (Katzenspulwurm), (Helminthen, Nematoda)
Verbreitung:
weltweit
Infektionsweg:
Aufnahme von infektiösen Eiern. Insbesondere sind Kleinkinder betroffen, die beim Spielen mit kontaminiertem Erdreich oder mit Hunden bzw. Katzen in Kontakt kommen. Nahezu alle Welpen sind mit diesen Spulwürmern befallen und scheiden Eier aus. Diese Eier werden ca. 1-3 Wochen nach Ausscheidung infektiös und bleiben dies oft monatelang. Die im Dünndarm geschlüpften Larven gelangen in den Blutstrom und somit in verschiedene Organe. Ein Heranreifen zu adulten Würmern findet im Menschen nicht statt, die Larven sterben nach Monaten bis Jahren ab.
Inkubationszeit:
Wochen bis Monate. Eine Augenbeteiligung kann Jahre später auftreten.
Symptomatik:
Ein Leitmerkmal bei Toxocariasis ist eine ausgeprägte Eosinophilie bei Leukozytose und erhöhtem Gesamt IgE. Gleichzeitig können bisweilen eine Hepatomegalie sowie Fieberschübe, asthmatische Beschwerden, gastrointestinale Symptome oder Urtikaria beobachtet werden. Häufig verläuft die Infektion jedoch inapparent. Die Symptome können über Monate hinweg persistieren. Selten werden durch Toxocara verursachte neurologische Herdsymptome, epileptische Anfälle oder Lähmungserscheinungen beobachtet, insbesondere bei zerebraler Vorschädigung. Die durch den Eintritt einer Larve ins Auge verursachte Endophthalmitis oder Chorioretinitis kann zur Erblindung des betroffenen Auges führen. Die Augenhintergrundsveränderungen können dem Erscheinungsbild eines Retinoblastoms ähneln.
Diagnostik:
Hypereosinophilie, Immundiagnostik: ELISA
Differentialdiagnose:
Trichinose, Askariasis, Filariose, Leberegel, Infektion mit Strongyloides stercoralis oder Hakenwürmern.
Therapie:
Thiabendazol, Diethylcarbamazin. Der Einsatz von Anthelminthika bei Toxocariasis ist umstritten, da es therapiebedingt zur massiven Freisetzung von Larvenzerfallsprodukten kommen kann, die schwere entzündliche Reaktionen hervorrufen können. Bei Lokalisation im Auge evtl. Photoagglutination.
Prophylaxe, Immunität:
Verhindern von Kontamination der Kinderspielplätze. Entwurmen der Hunde (v.a. Welpen und säugende Weibchen) und Katzen
Gesetzliche Regelungen:
Es besteht keine Meldepflicht nach IfSG.

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RMZ, 29.08.2012



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