Fachinformationen - Tetanus


Wundstarrkrampf, Tetanus

Erreger:

Clostridium tetani (grampositive, sporenbildende, obligat anaerobe Stäbchen)
Verbreitung:
Tetanus ist generell weltweit verbreitet mit großen regionalen Unterschieden. In den Industriestaaten Europas und Nordamerikas ist die Inzidenz dank umfassender Impfungen sowie verbesserter Lebensbedingungen niedrig. Dagegen ist in feuchtwarmen Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas mit niedrigen Impfraten und schlechter medizinischer Versorgung die Erkrankungsrate auch heute noch hoch.
Infektionsweg:
Eindringen der Tetanussporen über kontaminierte Wunden (auch kleinste Verletzungen durch Dornen, Verbrennungen, Bißverletzungen). Die umweltresistenten Sporen finden sich ubiquitär in Staub, tierischen Exkrementen u.ä. In einigen ländlichen Gegenden in den Tropen spielt bei mangelnder geburtshilflicher Hygiene die Infektion über die Nabelschnur (Tetanus neonatorum) eine größere Rolle. Der Erreger ist Bestandteil der normalen Darmflora von Mensch und Tier. Das die Symptomatik verursachende Tetanustoxin wird unter anaeroben Bedingungen gebildet.
Inkubationszeit:
in der Regel 3 – 21 Tage, manchmal auch mehrere Monate (abhängig von der inokulierten Erregermenge und der Intensität der Toxinbildung; kürzere Inkubation bedeutet ungünstigere Prognose)
Symptomatik:
Als erstes Krankheitszeichen wird häufig ein Spannungsgefühl im Wundbereich beschrieben. Später kommt es zur typischen Verkrampfung der Kaumuskulatur (Risus sardonicus). Im weiteren Verlauf kann es zu generalisierten Spasmen kommen. Typisch ist die zunehmende Verkrampfung der Rumpfmuskulatur., teilweise auch der Extremitäten (Opisthotonus) Die Letalität beträgt bei moderner Intensivtherapie 10-20% und ist sonst erheblich höher. Todesursachen sind vor allem respiratorische Insuffizienz uind kardiovaskuläre Komplikationen. Der Tetanus neonatorum verläuft ähnlich wie die Erwachsenenform und beginnt meist am 5.-7. Lebenstag. Die Babys zeigen Trinkschwäche, zunehmende Muskelspasmen und generalisierte Krampfanfälle. Die Letalität ist auch hier sehr hoch. Bei bestehender Teilimmunität kann es zu einer lokal begrenzten Erkrankung kommen. Hierbei werden tonisch-klonische Krämpfe in der Nähe der Erregereintrittspforte beobachtet. Die Prognose ist gut.
Diagnostik:
Die Diagnose des Tetanus wird aufgrund des typischen klinischen Befundes gestellt. Eine Erkrankung ist unwahrscheinlich, wenn eine vollständige Grundimmunisierung vorliegt und fristgemäße Auffrischimpfungen durchgeführt wurden. Der Nachweis von spezifischen Antikörpern ist für die Diagnose der Infektion ohne Bedeutung, eine Antikörperprüfung (nach Impfung) mittels ELISA ist möglich.
Differentialdiagnose:
Tollwut, Botulismus, Intoxikationen, Enzephalitiden
Therapie:
Antitoxingabe, schnellstmögliche chirurgische Wundversorgung, umfassende Intensivtherapie
Gesetzliche Regelungen:
Es besteht keine Meldepflicht nach IfSG.

RMZ, 03.02.2009



Drucken

Zur Website www.gesundes-reisen.de