Fachinformationen - St. Louis Enzephalitis


St. Louis Enzephalitis

Erreger:

Saint Louis Enzephalitis (SLE-) Virus; Genus: Flavivirus (RNA)

Verbreitung:
Überwiegend in Nordamerika. Im Westen der USA überwiegend in ländlichen Regionen (Feuchtgebiete). Im Osten eher urbanes Vorkommen. Ansonsten in Kanada (Ontario), Karibik (Trinidad, Jamaica), Zentral- und Südamerika (Mexiko, Panama und Brasilien). Regional begrenzte und saisonale Häufung im Sommer und Frühherbst, besonders in Jahren mit starker Mückenbelastung nach vermehrten Niederschlägen und erhöhten Temperaturen.

Infektionsweg:
Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch Stechmücken (Culex spez.). Virusreservoir sind Wildvögel (einschließlich Hühner), die allerdings nicht erkranken. Mücken infizieren sich beim Saugakt an virämischen Vögeln. Das Virus vermehrt sich in den Mücken, die lebenslang infiziert bleiben und das Virus beim Saugakt weitergeben. Der Mensch (und Säugetiere) wird zwar infiziert, dient jedoch nicht als Virusreservoir. Mensch-zu-Mensch-Übertragungen wurden bisher nicht berichtet.

Inkubationszeit:
4 Tage bis 3 Wochen

Symptomatik:
Die meisten Infektionen des Menschen verlaufen asymptomatisch oder milde ohne Enzephalitis oder Meningitis. Treten Symptome auf, so finden sich Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit,Verwirrung, Schläfrigkeit, Bewegungsarmut. Im weiteren Verlauf Tremor (60%; bes. von Fingern, Zehen und Zunge), Spontannystagmus, Myoklonien, Rigor, sowie Hyperreflexie (pos. Babinski). Zunehmende Bewußtlosigkeit, Koma. Zeichen von Herdenzephalitis. Im höheren Alter findet sich oft ein schwererer Krankheitsverlauf. Die Mortalität SLE-Erkrankter ist bei über 50-jährigen mit 7-24% höher als bei Personen unter 50 Jahren (weniger als 5%). Spätfolgen: Vorwiegend subjektiv, Müdigkeit, Vergeßlichkeit, Konzentrationsstörungen, Ataxie, selten Gehstörungen.

Diagnostik:
Im Liquor: mäßige Pleozytose (Lymphozyten), mäßige Proteinerhöhung. Virusnachweis gelingt nur aus Gehirn und nicht aus Liquor, selten aus Plasma. Serologie: Spezifische IgM -Antikörper nachweisbar in Serum und Liquor im IgM Antikörper-Capture-ELISA, indirekte Immunfluoreszenz an virusinfizierten Zellen, Neutralisationstest, Hämagglutinationshemmtest. Ein Titeranstieg (spezifisches IgG) um das Vierfache gilt als beweisend.

Differentialdiagnose:
Andere Infektionen des Zentralnervensystems mit resultierender Meningitis oder Enzephalitis.

Therapie:
Symptomatisch

Prophylaxe, Immunität:
Derzeit ist keine Schutzimpfung verfügbar. Schutz vor Mückenstichen, besonders in der Dämmerung und nachts. Ggf. Anwendung mückenabweisender Mittel. U.U. Schlafen unter Moskitonetz. Durchseuchung der Einwohner von Endemiegebieten: 1,6-3,6%

Gesetzliche Regelungen:
Viral bedingte Meningoenzephalitiden sind meldepflichtig bei Erkrankung und Tod.

RMZ, 23.03.2012



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