Fachinformationen - Salmonellosis


Salmonellosis, Salmonellen-Enteritis

Bildquelle: Karoline Bloch


Erreger:

2000 verschiedene Serotypen der Salmonellen, u.a. S. Enteritidis und S. Typhimurium (gramnegative, bewegliche, fakultative, anaerobe Stäbchen, Familie der Enterobakterien)
Verbreitung:
weltweit
Infektionsweg:
Die Infektion erfolgt in der Regel durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel (Geflügel, rohe Eier, mit Rohei zubereitete Speisen, wie Eischäume, Puddings, Cremes, Konditoreiwaren, Speiseeis). Die Infektionsdosis für den erwachsenen Menschen liegt bei ca. 1 Million Erregern., kann jedoch bei besonderer Disposition (Abwehrschwäche) auch niedriger sein. Gruppen- und Familieninfektionen bis hin zu epidemieartigen Ausbrüchen sind häufig. Als Reservoir dienen hauptsächlich verschiedene Haus- und Nutztiere (insbesondere Geflügel). Inapparent infizierte oder den Erreger dauerhaft ausscheidende Menschen sind epidemiologisch bedeutsam.
Inkubationszeit:
8 – 72 Stunden
Symptomatik:
Die Erkrankung beginnt akut mit Leibschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und wäßrigen, meist nicht blutigen Durchfällen. Einige Patienten entwickeln febrile Temperaturen bis 39ºC. Insbesondere bei Kleinkindern und älteren Menschen kann es schnell zu einer schweren Dehydratation kommen. Die Symptome dauern meist einige Tage an. Aus der meist auf das Jejunum begrenzten Enterokolitis kann sich ein septikämisches Krankheitsbild mit extraintestinalen Manifestationen wie u.a. Abszeßbildungen, Meningitis, Endokarditis, Pneumonie, Cholezystitis, Osteomyelitis und Arthritis entwickeln. Bei AIDS-Patienten kann es zu wiederholt auftretenden Salmonellenseptikämien kommen.
Die Krankheit ist in der Regel selbstlimitierend. Die Gesamtletalität ist niedrig. Aufgrund der Dehydratation und der Endotoxinresorption sind jedoch Kleinkinder und alte Menschen gefährdet.
Diagnostik:
Nachweis des Erregers durch Anzucht aus dem Stuhl, aus Rektalabstrichen oder ggf. aus Blut oder Eiter. Eine Bestimmung des Serotyps sollte angestrebt werden. Serologische Methoden spielen keine Rolle.
Differentialdiagnose:
Durchfälle anderer Genese, u.a. hervorgerufen durch Rotaviren, Adenoviren, Campylobacter, Shigellen, Yersinien, Escherichia coli oder Entamoeba histolytica
Therapie:
Bei unkompliziertem Verlauf symptomatisch (Flüssigkeits- und Elektrolytersatz). Patienten mit Abwehrschwäche oder Komplikationen antibiotische Therapie (Ciprofloxacin, Ofloxacin, Cotrimoxazol, Amoxycillin).
Prophylaxe:
Wichtig ist eine sorgfältige Nahrungsmittelhygiene.
Gesetzliche Regelungen:
Nach §7, Abs.1 IfSG besteht Meldepflicht für den direkten oder indirekten Erregernachweis.

RMZ, 25.10.2012



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