Fachinformationen - Rückfallfieber


Rückfallfieber

Erreger:

Borrelien, u.a. B. recurrentis, B. duttoni, B. hispanica, B. mazottii
Verbreitung:
Rückfallfieber kann als Läuserückfallfieber oder Zeckenrückfallfieber vorkommen.Läuserückfallfieber kann unter schlechten hygienischen Bedingungen (mangelhafte Körper-, Kleidungs- und Wohnungshygiene), wie sie u.a. in Massenquartieren und Flüchtlingslagern gegeben sind, auftreten. Es existieren geographisch begrenzte Endemieherde in Nord-, Zentral- und Ostafrika, Asien und Südamerika, ihre Zahl war in den letzten Jahren rückläufig. Zeckenrückfallfieber ist in weiten Teilen der Welt endemisch. Naturherde bestehen in Afrika, Saudi – Arabien, Iran, Indien, Zentralasien, vereinzelt in Spanien und Portugal.
Infektionsweg:
Läuserückfallfieber (durch B. recurrentis) wird durch Kleiderläuse übertragen (deshalb epidemische Häufung möglich, hauptsächlich während Kriege, Hungersnöten u.ä.). Die Erreger werden freigesetzt, wenn Läuse zerdrückt oder gequetscht werden und dabei erregerhaltige Hämolymphe auf die Haut gelangt. Die Borrelien dringen durch die intakte Haut ein. Der Mensch ist das einzige bekannte Reservoir für das Läuserückfallfieber. Zeckenrückfallfieber wird von Zecken übertragen (endemisches Fleckfieber), hier dienen neben dem Menschen die lebenslang infizierten Vektoren und Nagetiere als Reservoir.
Inkubationszeit:
5 -15 Tage
Symptomatik:
Nach hämatogener oder lymphogener Streuung des Erregers in die Organe kommt es während der zyklischen Vermehrungsphasen zu Fieberschüben, die von einem ausgeprägten Krankheitsgefühl, Ikterus, einem petechialen Exanthem sowie manchmal von neurologischen Symptomen begleitet sein können. Häufig werden gleichzeitig eine Hepatosplenomegalie sowie pulmonale Symptomatik beobachtet. Der erste Fieberschub dauert ca. 3 -6 Tage an. Nach einem fieberfreien Intervall von ca. 1 Woche kommt es meist zu einem erneuten, ca. 2 -3 Tage andauernden Fieberanfall. Es werden in der Regel 2 -3 Anfälle (maximal 15 Anfälle) registriert. Die Dauer und Schwere der Anfälle ist in der Regel rückläufig. Die Letalität der unbehandelten Erkrankung liegt bei dem heute sehr seltenen epidemischen Rückfallfieber bei 5 – 50%, bei der endemischen Form bei ca. 2 - 5%.
Diagnostik:
Die Verdachtsdiagnose ergibt sich bei entsprechenden klinischen und anamnestischen Hinweisen. Sie wird durch mikroskopische Untersuchungen gesichert (Blutausstrich, Dicker Tropfen). Der kulturelle Erregernachweis ist möglich, aber schwierig. Der Nachweis spezifischer Antikörper besitzt keine größere praktische Bedeutung.
Differentialdiagnose:
Malaria, Rickettsiosen, Leptospirose, Typhus abdominalis
Therapie:
Tetracycline. Erythromycin; Gefahr einer Herxheimer-Reaktion!
Prophylaxe:
Verbesserung des hygienischen Standards, Beseitigung der Kleiderläuse, Vermeidung von Zeckenstichen. Es entsteht eine zeitlich begrenzte, typspezifische Immunität.
Gesetzliche Regelungen:
Nach §7, Abs.1 IfSG besteht Meldepflicht für den direkten oder indirekten Erregernachweis. Nach §12, Abs.1 IfSG besteht Meldepflicht an die zuständige oberste Landesgesundheitsbehörde und an das RKI.

RMZ, 03.02.2009



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