Fachinformationen - Rift Valley Fieber


Rift Valley Fieber

Erreger:

Rift-Valley-Fever-Virus (RVFV), Familie Bunyaviridae, Genus Phlebovirus
Verbreitung:
Das Rift-Valley-Fieber (RVF) kommt überwiegend in Ostafrika vor. Verbreitung von der Sinaihalbinsel bis Süd- und Westafrika möglich.
Infektionsweg:
Übertragung durch den Stich verschiedener Mückenspezies (Anopheles-, Aedes- und Culex-Arten).
Die infizierten Eier der Mücken sind jahrelang im Erdreich überlebensfähig. Schwere Regenfälle führen zum Schlüpfen der Insekten mit nachfolgenden RVF- Epidemien.
Der Virus ist auch für Nutztiere pathogen. Durch Kontakt mit infiziertem Blut oder Organen oder durch kontaminierte Aerosole (infizierte Schlachttiere) kann es zur Übertragung kommen.
Inkubationszeit:
2-6 Tage
Symptomatik:
Zumeist verläuft das RVF beim Menschen als unspezifische, grippeähnliche Erkrankung mit akut einsetzendem Fieber, Kopf-, Rücken- und Muskelschmerzen.
Bei unkomplizierten Verläufen setzt nach 3-5 Tagen Besserung ein, nur selten kommt es zu einer schwerwiegenden Erkrankung.
In ca. 1% der Fälle entwickelt sich eine fulminante Hepatitis mit hämorrhagischem Fieber, Petechien und häufiger Todesfolge. Des weiteren kann sich eine Meningoenzephalitis ausbilden, die zu bleibenden neurologischen Symptomen führen kann.
Als späte Manifestation kann es zur Uveo-Retinopathie mit Retinaablösung und eventueller Erblindung kommen.
Diagnostik:
Virusisolierung aus Serum oder Gewebe kann auf Gewebekulturen in Speziallabors erfolgen.
Ein Infektionsserologie (Nachweis von spezifischen IgM- Antikörpern mittels ELISA) kann ab dem 5. Tag der Erkrankung positiv sein.
Differentialdiagnose:
Dengue, Chikungunya und andere Arboviruserkrankungen.
Therapie:
Symptomatisch; Ribavirin ist bei tierischen Infektionen wirksam, bei Menschen ist ein Effekt bisher nicht sicher belegt.
Prophylaxe, Immunität:
Schutz vor Mückenstichen.
Für Nutztiere ist eine Impfung zum Einsatz in Endemiegebieten erhältlich.
Ein Impfstoff für Menschen wurde entwickelt, ist aber bisher noch nicht lizenziert und nicht kommerziell erhältlich, wurde aber bereits experimentell eingesetzt bei tierärztlichem und Laborpersonal mit hohem Expositionsrisiko.
Gesetzliche Regelungen:
Viral bedingte Hepatitiden sind meldepflichtig bei Erkrankung und Tod.

RMZ, 18.10.2013



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