Fachinformationen - Q-Fieber


Q-Fieber

Erreger:

Coxiella burnetti (kleine, obligat intrazellulär lebende, kokkoide Mikroorganismen, Familie der Rickettsien)
Verbreitung:
Das Q-Fieber kommt weltweit vor. In Deutschland haben seit 1995 die Erkrankungen tendenziell zugenommen. Im Jahr 2009 fanden sich mehr als 190 Erkrankungen. Im gleichen Jahr infizierten sich in den Niederlanden im Zusammenhang mit einem großen Ausbruch innerhalb der Viehbestände mehr als 2.000 Menschen, auch mindestens 12 Todesfälle waren zu verzeichnen.
Infektionsweg:
Der hochkontagiöse, ausgesprochen umweltresistente Erreger wird wahrscheinlich hauptsächlich aerogen übertragen. Insbesondere mit dem Urin, der Plazenta und den Lochien von infizierten Nutztieren (Schafe, Rinder etc.) werden größere Mengen an infektiösen Erregern ausgeschieden. Noch mehrere Kilometer entfernt von der infizierten Tierherde wurden menschliche Infektionen nach Inhalation von coxiellenhaltigem Staub verzeichnet. Auch das Verarbeiten von Fleisch- oder anderen tierischen Produkten kann durch direkten Kontakt zu Infektionen führen. Übertragungen duirch den Verzehr von Rohmilch sowie durch Exposition im Labor wurden beschrieben. Das wichtigste natürliche Reservoir stellen Nutztiere und Nager sowie infizierte Zecken dar (diese verbreiten den Erreger im tierischen Reservoir).
Inkubationszeit:
2 – 5 Wochen, abhängig von der Infektionsdosis
Symptomatik:
Nach einer kurzen unspezifischen Prodromalphase, in der die Patienten über Mattigkeit und Appetitlosigkeit klagen, kommt es zu einem raschen Fieberanstieg. Die Patienten leiden unter starken Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und starker Schweißneigung. Im Gegensatz zu anderen Rickettsieninfektionen wird nahezu nie ein Exanthem beobachtet. Ein Großteil der Infektionen endet selbstlimitierend nach 1-2 Wochen. Bisweilen entwickelt sich eine atypische Pneumonie, die meist gutartig verläuft. Nur selten schreitet diese fort zu einer hämorrhagischen oder gar nekrotisierenden Pneumonie. Auch die Leber kann im Rahmen einer akut oder auch chronisch verlaufenden granulomatösen Hepatitis beteiligt sein Selten kann auch das ZNS betroffen sein und es zeigen sich neurologische Ausfallserscheinungen im Sinne einer aseptischen Meningitis oder Enzephalitis. Bisweilen kann es im Rahmen der akuten Erkrankung auch zu einer Peri- oder Endokarditis kommen. Bevorzugt lagert sich der Erreger an den Herzklappen ab und kann von dort streuend über Jahre hinweg zu wiederholten Erkrankungsausbrüchen führen (chronisches Q-Fieber). Bei chronischem Q-Fieber kann es aufgrund der anhaltenden Stimulation des Immunsystems zu einer Immunkomplexnephritis kommen.
Diagnostik:
Nachweis von spezifischen Antikörpern mittels ELISA, IF oder KBR ab der 2. Krankheitswoche. Der direkte Erregernachweis aus dem Blut mittels Kultur oder Tierversuch ist möglich, sollte jedoch aufgrund der sehr hohen Kontagiosität Speziallabors vorbehalten sein.
Differentialdiagnose:
Grippe, Viruspneumonien, Mykoplasmenpneumonie, Legionellose
Therapie:
Tetracycline, bei Patienten mit Endokarditis ist eine Langzeittherapie mit Tetracyclinen in Kombination mit Rifampicin notwendig.
Prophylaxe:
Kontrolle der Nutztierbestände.Verarbeiten der tierischen Produkte unter hygienisch adäquaten Bedingungen. Pasteurisieren von Milchprodukten. Die Impfung sollte Laborpersonal vorbehalten sein.
Gesetzliche Regelungen:
Nach §7, Abs.1 IfSG besteht Meldepflicht für den direkten oder indirekten Erregernachweis.

MG, 06.05.2013



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