Fachinformationen - Pest


Pest


Erreger:

Yersinia pestis (gramnegatives, bekapseltes nichtsporenbildendes Stäbchen)


Verbreitung:
Weltweit werden jedes Jahr durchschnittlich 1.000 bis 3.000 Erkrankungen registriert (etwa 34% Todesfälle).
Regional eng begrenzte Endemiegebiete südlich der kanadischen Grenze bis Mexiko, häufiger im Südwesten der USA (Neu-Mexiko u.a – Reservoir: Präriehunde), ferner in Peru (Cajamarca, La Libertad, Piura u.a.), Brasilien (Ceara). In Asien ist ein Vorkommen in Zentralchina und auf dem tibetischen Hochplateau, in Indien (Maharashtra u.a.), Kasachstan, Mongolei und Vietnam möglich. In Zentral und Ost-Afrika liegen Endemiegebiete in Kongo, Malawi, Sambia, Simbabwe, Tanzania, Uganda u.a. und vor allem in Madagaskar (größere Ausbrüche: 1998 > 1.400 Fälle, 2007 etwa 400 Fälle in der Provinz Tomasina). Etwa 80% der Erkrankungsfälle stammen aus Afrika. Im Jahr 2010 wurde allerdings vor allem über Ausbrüche in Peru, Bolivien und Tibet berichtet.


Infektionsweg:
Die Übertragung erfolgt durch Stich eines kontaminierten Rattenflohs. Ebenso ist eine aerogene Übertragung des Erregers bei engem Kontakt zu Personen mit Lungenpest möglich, durch Einatmung des Erregers bei der Pflege Erkrankter. Auch bei direktem Kontakt mit befallenen Nagern kann es zu einer Krankheitsübertragung kommen. Wildlebende Nagetiere und deren Flöhe bilden das natürliche Erregerreservoir. Bioterroristische Anschläge unter Verwendung von Erregerkulturen sind denkbar.


Inkubationszeit:
Meist drei bis sieben Tage; bei der Lungenpest wenige Stunden bis fünf  Tage


Symptomatik:
Bisweilen kann an der Stichstelle eine kleine Pustel beobachtet werden. Danach entwickeln sich

Diagnostik:
Erregernachweis aus Blut, aus Buboneneiter oder Sputum (ELISA, PCR). Schnelltests zum Antigen-Nachweis mittels monoklonaler Antikörper sind in Madagaskar verfügbar (Inst. Pasteur) und haben sich dort als sensibel erwiesen (bis zu 100%, Quelle INVS 2008). Serologische Methoden sind im Akutfall ohne Bedeutung.


Differentialdiagnose:
Tularämie, Katzenkratzkrankheit, Typhus abdominalis


Therapie:
Tetracyclin, Streptomycin, Chloramphenicol (therapeutisch oder für die prä- oder postexpositionelle Prophylaxe). In Madagaskar wurden Resistenzen u.a. gegen Streptomycin, Tetracycline und Chloramphenicol beschrieben.


Prophylaxe:
Wichtig ist die Beseitigung des Reservoirs durch Vernichtung der Flöhe und anschließender Bekämpfung der Nager. Eine Schutzimpfung ist möglich (Totimpfstoff in den USA und Kanada, Lebendimpfstoff in Russland), die Schutzrate hierbei ist allerdings niedrig und der Impfstoff ist in der Regel nicht verfügbar. Eine Chemoprophylaxe (z.B. mit Tetrazyklinen) ist möglich. Nach durchgemachter Infektion besteht eine langanhaltende Immunität, es wurden jedoch schon Reinfektionen beschrieben.


Gesetzliche Regelungen:
Nach §6, Abs.1, IfSG besteht Meldepflicht für Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod. Weiterhin besteht nach §7, Abs.1 IfSG Meldepflicht für den direkten und indirekten Erregernachweis. Nach §12, Abs.1 IfSG besteht Meldepflicht an die zuständige oberste Landesgesundheitsbehörde und an das RKI.

Pest und Schwarzer Tod

HEF, MG, 24.10.2017



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