Fachinformationen - Paragonimiasis


Paragonimiasis, Lungenegelerkrankung

Bildquelle: Werner Schönherr

Erreger:

Paragonimus spez. (Helminthen, Trematoden)
Verbreitung:
weltweit, vor allem SO-Asien, Afrika, amerikanischer Kontinent
Infektionsweg:
Aufnahme von infektiösen Larven (Metazerkarien) durch Essen von rohen oder marinierten, kontaminierten Süßwasserkrustentieren. Die im Dünndarm freigesetzten Larven durchdringen die Darmwand, wandern durch das Zwerchfell direkt in die Lunge, kapseln sich dort ein und entwickeln sich zu eierproduzierenden, 0,8-1,5 cm großen Adultwürmern. Irrläufer in andere Organe, z.B. ZNS, Leber oder Niere, sind relativ häufig. Der Mensch, Hunde, Katzen und verschiedene fleischfressende Wildtiere dienen als Endwirt bzw. als Reservoir. Süßwasserschnecken sind als erster Zwischenwirt für die Entwicklung notwendig. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
Inkubationszeit:
sehr unterschiedlich, mindestens jedoch 2-3 Wochen
Symptomatik:
Klinisch steht meist eine pulmonale Symptomatik mitbegleitender Eosinophilie im Vordergrund. Die Patienten beklagen produktiven Husten mit gelblich-bräunlichem Sputum. Intermittierend kann es zu Hämoptysen und pleuritischen Beschwerden kommen. Bei fortschreitender Erkrankung zeigt sich klinisch und radiologisch das Bild einer chronischen Lungenerkrankung mit Bronchiektasien, Lungenabszeß oder entzündlichem Pleuraerguß. Fehlgewanderte Würmer verursachen entsprechende Organsymptomatik, häufig ist das ZNS davon betroffen. Die Symptomatik kann dabei zerebralen Tumoren, Embolien oder epileptischen Anfällen ähneln. Die meisten Infektionen verlaufen jedoch eher mild oder asymptomatisch. Ohne Therapie kann die Eiausscheidung bis zu 20 Jahre andauern.
Diagnostik:
Nachweis der charakteristischen Eier im Sputum bzw. nach Anreicherung auch im Stuhl. Nachweis einer Eosinophilie. Bei ektopischer Paragonimiasis Immundiagnostik (ELISA)
Differentialdiagnose:
Bronchialkarzinom oder Tuberkulose bei pulmonaler Symptomatik
Therapie:
Praziquantel
Prophylaxe, Immunität:
ausreichendes Kochen der Süßwasserkrustentiere

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RMZ, 29.08.2012



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