Fachinformationen - Opisthorchiasis


Opisthorchiasis, Clonorchiasis (Katzenleberegelerkrankung bzw. chinesische Leberegelerkrankung)

Bildquelle: Werner Schönherr


Erreger:

Opisthorchis spez. (Helminthen, Trematoden)
Verbreitung:
Überwiegend Asien (China, Japan, Korea, Thailand, Laos, Kambodscha), z.T. auch Osteuropa
Infektionsweg:
Verzehr von ungenügend gekochtem, metazerkarienhaltigem Fisch. Die Larven werden im Darm freigesetzt und wandern in die Gallenwege ein. Dort entwickeln sich die adulten, ca. 1-2 cm großen Saugwürmer. Endwirte sind der Mensch sowie fischfressende Säugetiere, z.B. Hund und Katze. Für die Entwicklung sind Süßwasserschnecken als erster und karpfenartige Süßwasserfische als zweiter Zwischenwirt notwendig.
Inkubationszeit:
sehr unterschiedlich, mindestens jedoch 4 Wochen bis zum Ausreifen des Adultwurms
Symptomatik:
Die klinische Symptomatik resultiert aus dem Verschluß bzw. der chronischen Reizung der Gallenwege. Häufige Frühsymptome sind Appetitverlust, Völlegefühl oder Durchfälle. Die chronische Entzündung kann zu Fibrosierung und damit zu Gallenabflussstörungen führen. Selten ist die Symptomatik so stark progredient, dass es zum Auftreten eines Ikterus, einer Hepatomegalie oder zu zirrhotischen Veränderungen kommt. Eine über Jahrzehnte andauernde Opisthorchiasis gilt als signifikanter Risikofaktor für das Entstehen von Gallenwegskarzinomen. Die meisten Infektionen mit dem chinesischen Leberegel verlaufen jedoch völlig asymptomatisch, erst bei einem Befall von über 100 Würmern treten Beschwerden auf. Nach einer Präpatenz von mindestens 4 Wochen können die Wurmeier im Stuhl nachgewiesen werden. Die Wurmausscheidung kann bis zu 30 Jahre andauern.
Diagnostik:
Nachweis der Eier im Stuhl oder Duodenalsekret, Nachweis einer Eosinophilie
Differentialdiagnose:
Infektion mit anderen Trematoden
Therapie:
Praziquantel
Prophylaxe, Immunität:
Ausreichendes Kochen der Süßwasserfische, sanitäre Maßnahmen ( Latrinenbau, Kontamination der Fischteiche mit menschlichem Faeces verhindern)
Gesetzliche Regelungen:
Es besteht keine Meldepflicht nach IfSG.

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RMZ, 29.08.2012



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