Fachinformationen - Nocardiose


Nocardiose, Myzetom

Erreger:

Nocardien (grampositive, schwach säurefeste, aerobe, filamentös wachsende höhere Bakterien)
Verbreitung:
Weltweit
Infektionsweg:
Inhalation von kontaminiertem Staub, seltener auch orale Aufnahme oder Eindringen des Erregers durch Hautläsionen
Inkubationszeit:
nicht genau bekannt (wahrscheinlich Wochen bis Monate)
Symptomatik:
Eine generalisierte Infektion manifestiert sich v.a. bei immungeschwächten Patienten. Die Erkrankung kann akut oder chronisch verlaufen. Spontane Scheinremissionen und erneute Exazerbationen wurden beschrieben. Nach Inhalation des Erregers beklagen die Patienten Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust sowie als Zeichen der Lungenbeteiligung Husten mit selten hämorrhagischem Auswurf, Dyspnoe sowie atemabhängige Schmerzen. Sowohl in der Lunge als auch in anderen Organen, insbesondere im ZNS, kann es zu Abszeßbildung kommen. Bei Absiedelung in der Subkutis kommt es häufig zu Fistelbildung. Die Letalität der Erkrankung nach hämatogener Aussaat (außer Subkutis) ist sehr hoch. In tropischen Klimazonen können Nocardien, insbesondere N. brasiliensis an der Entstehung ders sogenannten Madurafußes beteiligt sein. Die perkutan eingedrungenen Erreger führen zu einer chronischen tiefen Infektion des subkutanen Gewebes mit lokaler Zerstörung des Knochens und des Periosts. Zu einer hämatogenen Streuung kommt es meist nur bei Immundefizienz.
Diagnostik:
Mikroskopischer Nachweis des Erregers in Ausstrichen des Sputums, Eiter oder des Liquors sowie in Biopsien (Gram- oder Ziehl-Neelsen-Färbung).
Differentialdiagnose:
Tuberkulose, Bronchialkarzinom, Sarkoidose, tiefe Mykosen der Extremitäten
Therapie:
Cotrimoxazol, Sulfadiazin, bei Sulfonamidallergie Minocyclin. Die Antibiose sollte möglichst früh begonnen werden und muß über einen längeren Zeitraum hinweg fortgeführt werden. Bei Patienten mit Abszeßbildung im ZNS sollte zusätzlich Amikacin oder Ampicillin verabreicht werden Der Madurafuß erfordert chirurgische Intervention.
Prophylaxe:
Eine spezifische Prophylaxe ist nicht möglich.
Gesetzliche Regelungen:
Es besteht keine Meldepflicht nach IfSG

RMZ, 03.02.2009



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