Fachinformationen - Meningitis (Meningokokken)


Meningitis (Meningokokken)

Erreger:

Neisseria meningitidis (gramnegative Diplokokken) mit 13 bekannten Serogruppen: A (hyperendemisch in Afrika), W135 (Afrika, Saudi Arabien), X (häufig in Niger, Kenia, Uganda), B, C, Y: Norden, Neuseeland. Natürliches Vorkommen im Nasopharynx asymptomatischer Träger.
Verbreitung:
Weltweites Vorkommen. Der so genannte Meningitisgürtel erstreckt sich im subsaharischen Afrika von Senegal bis Süd-Sudan, südlichste betroffene Region ist der Norden der Demokratischen Republik Kongo. Die Hauptübertragungszeit im subsaharischen Afrika liegt zwischen Dezember und Juni während der Trockenzeit mit häufigen Sandstürmen. Schwere Epidemien folgten einander seit 1970 in Wellen im Abstand mehrerer Jahre. Betroffen sind überwiegend Kinder.
Infektionsweg:
Tröpfcheninfektion, ausschließlich Mensch zu Mensch.
Inkubationszeit:
2-5, selten bis 7 Tage.
Symptomatik:
Eine ausgeprägte inflammatorische Reaktion der Meningen, die hämatogen erreicht werden, führt zu einer starken Beeinträchtigung des Hirnstoffwechsels und Erhöhung des intrakraniellen Drucks. Die Folgen sind Kopfschmerzen, Photophobie, Meningismus, Fieber, schwerstes Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, Opisthonus, Koma. Andere Organbeteiligungen sind möglich. Septische Verlaufsformen enden häufig letal. 15% der Überlebenden der Erkrankung leiden an Residualschäden (Hörverlust, Sprachstörungen, u. a.).
Diagnostik:
Die typische Klinik rechtfertigt eine Verdachtsdiagnose und einen schnellen Therapiebeginn. Das Liquorpunktat ist trüb oder eitrig (selten klar oder blutig). Färbung nach Gram oder Ziehl-Neelsen: erhöhte Zellzahl mit Granulozyten, Bestätigung durch Anzüchtung des Erregers.
Differentialdiagnose:
Weitere Meningitiserreger sind: Streptokokkus pneumoniae und Haemophilus influenzae.
Therapie:
Stationär und intensivmedizinisch. Bei begründetem Verdacht sofortige Therapie: mikrobiologische Befunde dürfen nicht abgewartet werden. Penicillin (ggf. Resistenzen) und Chloramphenicol sind Standardmedikamente in Afrika, im Norden: Cephalosporine der dritten Generation.
Prophylaxe:
Impfstoff gegen die Erregertypen A, C, W, Y für Reisen nach Afrika. Bei Pilgerreisen nach Saudi Arabien (Hadsch: Dezember-März) ist die Impfung gegen diese Erregertypen vorgeschrieben. Bis zum Alter von einschließlich 10 Jahre: tetravalenter Polysaccharidimpfstoff, ab 11 Jahre konjugierter A,C,W, Y- Impfstoff. Für Europa und Nordamerika wird ein Konjugatimpfstoff gegen Serogruppe C für Kinder empfohlen.
Gesetzliche Regelungen:
Labormeldepflicht.


Impfstoffe

Meningokokken Typ B

Impfungen für Hadj-Pilger
 

MG, 11.04.2013



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