Fachinformationen - Lymphatische-Filariosis


Lymphatische Filariose (Elephantiasis)

Aedesmücken (Tigermücke)
Bildquelle: Prof. Garms, BNI



Erreger:

Wucheria bancrofti, Brugia malayi, Brugia timori (Helminthen, Nematoden, Filari)


Verbreitung:
Wucheria bancrofti: Feuchtwarme Gebiete Zentral- und Südamerikas, Afrikas und SO-Asiens Brugia malayi: SO-Asien, China Brugia timori: SO-Indonesien


Infektionsweg:
Die Erreger werden durch verschiedene Mückenarten (Culex, Anopheles und Aedes) übertragen. Der Mensch ist das Hauptreservoir, nur bei einer Unterform von B.malayi können auch katzenartige und andere Primaten als Reservoir dienen.


Inkubationszeit:
Erste entzündliche Reaktionen treten meist nach Monaten auf. Mikrofilarien können frühestens nach 2-3
Monaten nachweisbar sein.


Symptomatik:
Als Frühzeichen der Filarieninfektion wird häufig eine fieberhafte, akute Lymphangitis beobachtet. Meist sind von dieser deszendierenden Lymphangitis die Extremitäten betroffen. Bisweilen kann auch ein passageres Lungeninfiltrat mit Fieber und Husten auftreten. Auch filarienbedingte Orchitis und Epididymitis wurden in der Akutphase beschrieben. Die Symptome der akuten Infektion sind meist nur passager und es kommt selten zu Komplikationen. Nur das Auftreten einer Chylurie mit hochgradigen Eiweißverlusten ist mit einer schlechten Prognose behaftet. Die adulten Würmer verlegen die Lymphwege und verursachen chronisch rezidivierende Entzündungen der Lymphgefäße. Relativ selten kommt es zu Defektheilung mit narbiger Abflußstörung in den betroffenen Lymphbahnen. Es kann zu einer chronischen Lymphstauung mit Anschwellung der Extremitäten, der Genitalien, der Brüste und zur Hydrozelenbildung kommen. Die lokale Abwehr ist deutlich reduziert, so daß häufig bakterielle oder mykotische Superinfektionen beobachtet werden können. Bei einem Teil der Infizierten verursachen die Filarien das sogenannte tropische pulmonale Eosinophiliesyndrom. Dieses ist gekennzeichnet von paroxysmalen, nächtlichen Asthmaanfällen, chronisch interstitieller Lungenerkrankung, rezidivierenden Fieberschüben und hoher Bluteosinophilie. Die Lebensdauer der adulten Würmer kann bis zu 10 Jahre betragen.

Boldquelle: Dr. Jäger


Diagnostik:
Nachweis der Mikrofilarien im Blut. Bei der Probengewinnung ist es von großer Bedeutung, die Periodizität der Mikrofilariämie zu beachten. Die Mikrofilarien sind nahezu ausschließlich nachts im Blut nachweisbar. Bei geringer Mikrofilariendichte gelingt der Nachweis häufig nicht, dann müssen serologische Nachweismethoden (ELISA) durchgeführt werden.


Differentialdiagnose:
Adenolymphangitiden anderer Genese


Therapie:
Diethylcarbamazin, Ivermectin, Albendazol. Lymphdrainage, Behandlung von Sekundärinfektionen, ggf. chirurgische Sanierung


Prophylaxe, Immunität:
Vermeiden von Mückenstichen, Vektorbekämpfung, Massenbehandlung in Endemiegebieten


Gesetzliche Regelungen:
Es besteht keine Meldepflicht nach IfSG.

 

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RMZ, 29.08.2012



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