Fachinformationen - Loiasis


Loiasis, Calabar Schwellung, Kamerunbeule

Erreger:

Loa loa (Helminthen, Nematoden, Filarien)
Verbreitung:
Zentral- und Westafrika (Kongobecken)
Infektionsweg:
Übertragung durch Bremsen (Chrypsos spez.). Der Mensch und einige Primaten dienen als Reservoir. Die adulten, weiblichen Würmer wandern im Bindegewebe der Haut und Schleimhäute umher, die freigesetzten Larven zirkulieren entsprechend dem Rhythmus der Vektoren tagsüber in den Blutgefäßen.
Inkubationszeit:
meist mehrere Jahre, mindestens 3-4 Monate, Mikrofilariennachweis ab 5 Monate
Symptomatik:
Die Stoffwechselprodukte des wandernden Adultwurmes verursachen allergische Reaktionen. Es kommt zum Auftreten von wechselnden, ca. 3-4 Tage andauernden geröteten, juckenden Schwellungen abhängig von der Lokalisation des Wurms. Auch die Bindehaut des Auges (stark schmerzhaft) kann durchwandert werden (pathognomonisch). Bedrohliche Komplikationen können entstehen, wenn kehlkopf- oder urethranahes Gewebe betroffen ist. Selten kann es bei langanhaltendem Befall mit hochgradiger Eosinophilie zu chronischen Entzündungsprozessen mit eosinophilen Granulomen insbesondere an serösen Häuten kommen. Endokarditis, Nierenschädigung und Meningoenzephalitis sind seltene Spätkomplikationen. Die adulten Würmer können mehr als 10 Jahre im Organismus persistieren.
Diagnostik:
Nachweis des adulten Wurmes in der Subkutis oder der Konjunktiva. Nachweis der Mikrofilarien im Blutausstrich oder dicker Tropfen. Dabei muß die Blutentnahme tagsüber, am besten mittags erfolgen.
Differenzialdiagnose:
Enteritiden hervorgerufen durch andere Erreger wie z.B. Campylobacter oder Kryptosporidien. Bei chronischem Verlauf muß die Sprue abgegrenzt werden.
Therapie:
Diethylcarbamazin, alternativ Ivermectin oder Albendazol.
Prophylaxe, Immunität:
Vermeiden von Chrypsosstichen
Gesetzliche Regelungen:
Es besteht keine Meldepflicht nach IfSG.

RMZ, 17.01.2012



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