Fachinformationen - Lassa-Fieber


Lassa-Fieber

Erreger:

Arena (RNA)
Verbreitung:
Westafrika
Karten zur Risikoverteilung des Lassafiebers in Westafrika
Infektionsweg:
Chronisch infizierte Nagetiere (Mastomys natalensis) stellen das Erregerreservoir dar. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt hauptsächlich durch infektiöse Aerosole der virushaltigen Nagerexkremente oder -blut. Nosokomiale Infektionen sowie Infektionen durch engen Kontakt mit akut erkrankten Personen wurden beschrieben (bluthaltige Aerosole). Saisonale Häufung während der Trockenzeit (Januar-April).
Inkubationszeit:
6-21 (meist 7-12) Tage
Symptomatik:
Die Symptomatik beginnt zumeist schleichend mit Fieber, Kopf- und Halsschmerzen, Husten und gastrointestinalen Beschwerden. In schweren Krankheitsfällen treten Hypotension, Hämorrhagien und Enzephalitiden auf. Diese Patienten weisen typische faziale und nuchale Ödeme auf. Patienten, die keine letale "capillary leak"-Symptomatik entwickeln, können während der 2.-3. Krankheitswoche Komplikationen wie (zumeist bleibenden) Hörverlust, Perikarditis, Uveitis oder Orchitis erleiden. Einer frühen Lymphopenie folgt meist eine Neutrophilie. Die Thrombozytenfunktion, weniger die Thrombozytenzahl, ist bei schweren Krankheitsverläufen zumeist stark gestört. Letalität: Ca. 5-20% der hospitalisierten Fälle (man nimmt an, daß ca. 90-95% der Infektionen mild oder inapparent verlaufen). Hohe SGOT-Werte (> 150 U/ml) und eine ausgeprägte Virämie deuten auf eine schlechte Prognose hin. Eine besonders schwere Symptomatik ruft das Lassa-Fieber in schwangeren Frauen hervor, in über 80% der Fälle kommt es zum Verlust des Föten.
Diagnostik:
Virusnachweis aus Blut, Rachenspülflüssigkeit, Urin oder aus Biopsien (Sicherheitslabor Klasse 4); besonders hohe Virustiter finden sich in Leber und Knochenmark. - Anzucht in Gewebekulturen (sensitiver als Anzucht in Babymäusen) (gelingt nur in ca. 50% der Fälle). - PCR. Serologie: Nachweis von spezifischen IgM und IgG Antikörpern mittels ELISA oder IF (IgM häufig schon zum Zeitpunkt der Krankenhausaufnahme positiv).
Therapie:
Symptomatisch. Die Gabe von Ribaverin innerhalb der ersten Tage nach Erkrankungsbeginn führt zu einer Reduktion der Letalität.
Prophylaxe, Immunität:
Vermeiden von engem Kontakt mit Nagetieren bzw. erkrankten Personen. Strikte Patientenisolierung, fachgerechte Entsorgung von kontaminiertem Patientenmaterial, um nosokomiale Infektionen zu vermeiden.Serologische Untersuchungen in Endemiegebieten deuten auf inapparente Reinfektionen hin.
Gesetzliche Regelungen:
Viral bedingte hämorrhagische Fieber sind meldepflichtig bei Verdacht, Erkrankung und Tod.

HEF, 16.01.2014



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