Fachinformationen - Kyasanur Forest Virus (KFDV)


Kyasanur Forest Virus (KFDV)

Erreger:

Flavivirus (Gruppe B), benannt nach einem Wald nahe Karnataka im Staat Mysore (Indien). Erstnachweis 1957

Verbreitung:
Indien, endemisch in Karnataka (Westküste), möglicherweise auch in Gjarat (Grenze zu Pakistan) und auf den Adamanen und Nikobaren in dichten Waldzonen, aber möglicherweise auch in anderen Regionen Indiens. Die Seroprävalenz beträgt in Endemiegebieten bis über 20%. In Indien finden sich jährlich etwa 400 bis 500 Erkrankungen mit einer Sterblichkeitsrate von 3-5 Prozent. Ein sehr ähnliches Virus wurde 1994 in Saudi Arabien nachgewiesen: das Al Khurma Virus. Eine Ausbreitung des KFD-Virus in andere Regionen hinein kann nicht ausgeschlossen werden.

Infektionsweg:
Zeckenstich (überwiegend Haemaphysalis spinigera). Der Mensch ist ein Zufallswirt. Affen und Menschen sind etwa gleich häufig betroffen. Natürliche Wirte sind kleine Nager, Affen (Macaca radicata u.a), Fledermäuse. Hauptübertragungszeit auf Affen, Nager und gelegentlich Mensch: Dezember bis Mai durch Nymphen; während des Monsuns durch adulte Zecken auf Rinder und Großwild. Bei Laborunfällen in den USA und Indien wurde virushaltige Tröpfchen eingeatmet.

Inkubationszeit:
3-8 Tage

Symptomatik:

Meist symtomlos (Erkrankungsrate 2-10%)

Diagnostik:
PCR, bei der Serologie Kreuzreaktionen mit anderen Flaviviren
Thrombozytopenie, Leukopenie, Proteinurie, verlängerte Gerinnungszeichen, Erhöhung der Transaminasen

Differentialdiagnose:
andere Viruserkrankungen, u.a. Dengue

Therapie:
Symptomatisch

Prophylaxe, Immunität:

Gesetzliche Regelungen:
Viral bedingte Meningoenzephalitiden sind in Deutschland bei Erkrankung und Tod meldepflichtig.

Weiterführende Literatur
Mehla R, Kumar SR, Yadav P, et al. Recent ancestry of Kyasanur Forest disease virus. Emerg Infect Dis 2009, 15: 1431-7.
 


HEF, MG, 06.02.2015



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