Fachinformationen - Kryptokokkose


Kryptokokkose

Erreger:

Cryptococcus neoformans var. neoformans und Cryptococcus neoformans var.gattii (teleomorph; Familie Filobasidiaceae)
Verbreitung:
Weltweites Vorkommen in tropischen und gemäßigten Breiten. Vorkommen besonders in den USA (Kalifornien!), Australien, Südafrika und Malaysia. Cr. neoformans var. gattii findet sich eher in den tropischen Gebieten. Cr. neoformans var. neoformans kann in hohen Konzentrationen in den Ausscheidungen von Vögeln (bes. Tauben) vorkommen.
Infektionsweg:
Inhalation von nicht oder noch schwach verkapselten Organismen; selten kann es auch zu Infektionen durch direkte Erregerinokulation nach Verletzungen kommen. Eine direkte Übertragung von Mensch-zu-Mensch scheidet als Infektionsweg praktisch aus.
Inkubationszeit:
Unsicher, da Symptome erst nach einer Reaktivierung einer Primärinfektion entstehen.
Symptomatik:
Während Kryptokokkosen durch var. gattii überwiegend bei immunkompetenten Personen auftreten, finden sich Erkrankungen durch var. neoformans überwiegend bei immunsupprimierten Patienten und zählen zu den AIDS-definierenden Erkrankungen. Das Primärstadium der Infektion ist häufig klinisch unauffällig.
Lobuläre Lungeninfiltrate können mit Fieber und Husten einhergehen. Gelegentlich finden sich auch Kavernenbildung, hiläre Lymphknotenvergrößerungen oder Pleuraergüsse.
Bei Disseminierung kommt es in 80% der Fälle zu einer Beteiligung des ZNS. Prodromi können neben Kopfschmerzen auch psychische Alterationen sein. Neben einer chronischen Meningitis finden sich später noduläre Veränderungen in Lunge und Gehirn, die nicht primär an eine Mykose denken lassen.
Diagnostik:
Kultur: mikroskopischer Direktnachweis bekapselter Hefen aus Liquorsediment, Biopsat oder Urin in einer China- Tusche-Aufschwemmung. Kulturelle Anzüchtung innerhalb weniger Tage auf Spezialmedium möglich („Staib-Agar“).
Serologie: Im Vordergrund steht die Detektion des Polysaccharid-Antigens und nicht der Antikörpernachweis! Herkömmliche kommerzielle Antigen-Nachweistests besitzen eine hohe Spezifität und Sensitivität (> 95%). Die Bestimmung des Antigen-Titers eignet sich zur Verlaufskontrolle. Ein unauffälliger Liquorbefund schließt eine Kryptokokkose - insbesondere bei nodulärer ZNS-Manifestation - nicht aus und sollte immer durch ein Antigen-Screening im Serum ergänzt werden.
Histologie: Giemsa- bzw. Mucicarminfärbungen erleichtern den Kapselnachweis.
Differentialdiagnose:
Lungen-, Hirntumoren, Toxoplasmose, Tuberkulose / tuberkulöse Meningitis.
Therapie:
Bei symptomatischen oder immunsupprimierten Patienten Amphotericin B evtl in Kombination mit Flucytosin. Sekundärbehandlung mit Fluconazol (ggf. auch Itraconazol) über Monate. Rezidive kommen häufig vor. Bei Immunsupprimierten ist eine lebenslange Rezidivprophylaxe notwendig.
Prophylaxe, Immunität:
Eine spezifische Prophylaxe ist nicht möglich.
Gesetzliche Regelungen:
Nach IfSG besteht keine Meldepflicht. Jedoch ist die Meldung an das Konsiliarlabor für Cryptococcus neoformans (am Robert Koch-Institut) erwünscht.

RMZ, 03.02.2009



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