Fachinformationen - Japanische-Enzephalitis


Japan Enzephalitis
 

Erreger:
JE-Virus; Flavivirus (RNA)
Verbreitung:
Weltweit etwa 50.000 Erkrankungen und bis zu 15.000 Todesfälle auf dem indischen Subkontinent, in Südostasien und den gemäßigten Zonen Ostasiens. Epidemisches Vorkommen (Mai bis Dezember): Nord-China, Taiwan, Japan.
Epidemisch-Endemisch: Nord-Indien, Nepal (Terai), Myanmar, Thailand, Vietnam, China Zentralprovinzen (Henan, Shanxi, Shaanxi). Endemisches Vorkommen: Süd-Indien, Malaysia, Philippinen, Indonesien, Papua Neuguinea, extremer Norden von Australien (Torres Strasse). Die am stärksten betroffene Region ist Uttar Pradesh (etwa 80% der jährlichen Meldungen in Indien) Die Verbreitungsgebiete weiten sich jährlich aus.
Infektionsweg:
Culex spezies (meist nachtaktiv, Flugradius gering, max. 1-2 km). Möglicherweise auch Aedes. Natürliches Reservoir: Wasser- und Hausgeflügel. Bei der Übertragung auf den Menschen spielen Schweine als Zwischenwirt eine wichtige Rolle. Betroffen sind in erster Linie ländliche Bevölkerungsgruppen (insbesondere Kinder) in einfachen Wohnverhältnissen.
Inkubationszeit:
5-15 Tage
Symptomatik:
Ein Großteil der Infektionen (> 95%), v.a. im Erwachsenenalter, verläuft völlig inapparent. Etwa eine von 200 infizierten Personen entwickelt eine Meningoenzephalitis (meist nur Kleinkinder und alte Menschen. Die klassische Verlaufsform der Meningoenzephalitis beginnt meist mit Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Es kommt zu Bewußtseinstrübung, Reflexstörungen und motorischen Lähmungen. Nach dem 10. Krankheitstag beginnt meist die Entfieberung. Eine von 200 infizierten Personen entwickelt eine Hirnentzündung. Die manifeste Infektion hinterlässt häufig (30-50%, nach anderen Angaben bis zu 80%) neurologische und psychische Dauerschädigungen. Die Letalität der manifesten Infektion beträgt ca. 25% (5-40%), wobei die Patienten zumeist vor dem 10. Krankheitstag sterben.
Diagnostik:
In erster Linie serologisch: NT, HHT, KBR, ELISA, IF-Nachweis von spezifischen Antikörpern (ab 8.-10. Krankheitstag neutralisierende Antikörper nachweisbar). Nachweis von spezifischem IgM oder Titeranstieg von spezifischem IgG sind beweisend (Kreuzreaktionen mit anderen Flaviviren, insbesondere mit Dengue, sind möglich).Virusnachweis aus dem Liquor mittels PCR. Das Virus lässt sich gut in Hühnerembryonen, Gewebekulturen und Mäusen anzüchten.
Differentialdiagnose:
Andere viral bedingte Meningitiden, Enzephalitiden, Tbc.
Therapie:
Bei Erkrankten: nur symptomatische Behandlung möglich.
Prophylaxe, Immunität:
Schutz vor Mückenstichen. In früheren Jahren mussten Impfstoffe aus Korea, China oder Japan importiert werden, auch fehlte eine Zulassung dieser Impfstoffe für Deutschland. Inzwischen steht ein zugelassener inaktivierter Impfstoff zur Verfügung. Es werden zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen verabreicht. Kontraindikation: Bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder Begleitstoffe. Schwangerschaft, Stillzeit.  Nach durchgemachter Infektion (auch inapparent) besteht eine fundierte Immunität.
Gesetzliche Regelungen:
Viral bedingte Meningoenzephalitiden sind in Deutschland bei Erkrankung und Tod meldepflichtig.

 

RMZ, 05.01.2012



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