Fachinformationen - Giardiasis-Lambliasis


Giardiasis, Lambliasis

Bildquelle: Werner Schönherr


Erreger:

Giardia lamblia (= Giardia intestinalis) (Protozoa, Zoomastigophora)
Verbreitung:
Weltweit, v.a. in warmen Regionen, in Abhängigkeit von den hygienischen Verhältnissen. Kinder sind häufiger betroffen.
Infektionsweg:
Aufnahme der Lamblienzysten mit kontaminiertem Trinkwasser oder mit der Nahrung. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich.
Inkubationszeit:
eine bis zwei Wochen
Symptomatik:
Die Infektion mit diesem Dünndarmparasiten kann asymptomatisch verlaufen, oder es werden verschiedene gastrointestinale Symptome beklagt. Leitsymptome sind meist übelriechende Durchfälle. Bisweilen kommt es zu Steatorrhoe, Malabsorption und daraus resultierendem Gewichtsverlust. Auch Meteorismus und abdominelle Krämpfe wurden bei diesem Krankheitsbild beschrieben. Nach 2-3 Wochen kommt es meist spontan zur Besserung. Vereinzelt kann es bei chronischem Verlauf zu einer Schädigung des Dünndarmepithels mit daraus resultierender Laktoseintoleranz kommen. In aller Regel bleibt der Parasit auf den Dünndarm beschränkt. Bei massivem Befall oder Immunschwäche kann es auch zu Gallenwegsentzündungen und Pankreatitiden kommen. Mögliche Komplikation: sekundärer Lactasemangel nach Erkrankung mit Intoleranz gegen Milchprodukte.
Diagnostik:
Nachweis der Trophozoiten oder Zysten in Stuhlproben oder Nachweis der Vegetativform im Duodenalsaft, ggf. in Duodenalbiopsien
Differenzialdiagnose:
Enteritiden hervorgerufen durch andere Erreger wie z.B. Campylobacter oder Kryptosporidien. Bei chronischem Verlauf muß die Sprue abgegrenzt werden.
Therapie:
Nitroimidazole wie Tinidazol, Ornidazole oder Metronidazol, ggf. Nitazoxanid (in den USA zur Behandlung zugelassen, in Deutschland nicht). Eine Nachbehandlung mit Paromomycin kann bei ausbleibenden Therapieerfolg sinnvoll sein, cave: P. hat einen Effekt auf die gesamte Darmflora.
Prophylaxe, Immunität:
Allgemeine Nahrungsmittel- und Körperhygiene
Gesetzliche Regelungen:
Nach §7, Abs.1 IfSG besteht Meldepflicht für den direkten oder indirekten Erregernachweis.

MG, 29.08.2012



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