Fachinformationen - Gelbfieber


Gelbfieber

Erreger:
Flavivirus (RNA)

Verbreitung:
Tropisches Afrika (10. südlicher bis 15. nördlicher Breitengrad), tropisches Mittel- und Südamerika (40. südlicher bis 20. nördlicher Breitengrad).Gelbfieberfrei sind die Karibik, Asien, Australien und Ozeanien.

Infektionsweg:
1. urbanes Gelbfieber: Mensch als einziger Vertebratenwirt, Mensch-Aedes aegypti (Stechmücke)-Mensch
2. Busch- oder Dschungelgelbfieber: Enzootie unter Primaten, Mensch selten betroffen. Vektor: Aedes spez., Haemagogus spez. (Stechmücke)

Aedesmücken (Tigermücke)
Bildquelle: Prof. Garms, BNI


Inkubationszeit:
3-6 Tage

Symptomatik:
Gelbfieber ist eine akute Viruserkrankung von kurzer Dauer und unterschiedlichen Schweregraden. Meist keine Prodromalsymptome. Plötzlicher, schneller Fieberanstieg (39-40°C), Kopfschmerzen, retroorbitale Schmerzen, Unruhe, Übelkeit, abdominelle Schmerzen, rel. Bradykardie (Farget's Zeichen). Febris continua für 3-4 Tage. Nach einer kurzen Remission von 1-2 Tagen erfolgt ein zweiter Fieberanstieg, der mit dem Auftreten von Organmanifestationen einhergeht. Meist für 2-3 Tage zunehmende Symptomatik, in schweren Fällen bis hin zu Leberkoma, Niereninsuffizienz oder massiver hämorrhagischer Diathese. Zentralnervöse Symptome wie zerebrale Krampfanfälle oder Verwirrtheit werden beobachtet.Charakteristische Trias: Ikterus, Albuminurie, Hämatemesis. Früh auftretende Leukopenie mit Maximum am 5. Krankheitstag. Bei nicht letalem Ausgang heilt die Erkrankung ohne chronische Organschäden aus. Letalität: Ca. 10-50% der klinisch diagnostizierten Fälle (mild oder inapparent verlaufende Gelbfieberinfektionen werden jedoch häufig nicht identifiziert). Höchste Letalität in der Altersgruppe zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.

Diagnostik:
Virusnachweis aus dem Blut (während der ersten 5-7 Krankheitstage)- Anzucht in Gewebekulturen- intrazerebrale Beimpfung von Babymäusen oder Rhesusaffen. Versand von heparinisiertem Blut (ca. 4°C, Kühlkette muß gewährleistet sein)- Nachweis von viralen Antigenen in Blut oder Leberbiopsien (Virusnachweis in histologischen Schnitten)- Detektion von viraler RNA mittels PCR, Serologie NT, HHT, KBR, ELISA, IF, Nachweis von spezifischen Antikörpern (ab 8.-10. Krankheitstag neutralisierende Antikörper nachweisbar). Nachweis von spezifischem IgM oder Titeranstieg von spezifischem IgG sind beweisend (Kreuzreaktionen mit anderen Flaviviren oder impfinduzierten Antikörpern ist möglich).

Differentialdiagnose:
Alle viral bedingten hämorrhagischen Fieber, z.B. Dengue. Rickettsiosen, Virushepatitiden, Leptospirose, Malaria.

Therapie:
symptomatisch

Prophylaxe, Immunität:
Schutz vor Mückenstichen, Schutzimpfung. Für die aktive Immunisierung wird nach Empfehlungen der WHO der lebende, abgeschwächte, in Hühnereiern vermehrte 17D-Erregerstamm verwendet. Diese Gelbfieberimpfung gilt ab dem 2. Lebensjahr als sicher und gut verträglich (die Impfung ist ab dem 9. Lebensmonat in Deutschland zugelassen, in Ausnahmefällen sind auch Impfungen ab vollendetem 6. Lebensmonat möglich). CAVE: bei Hühnereiweißallergie. Die Konversionsrate beträgt ca. 99%, der Schutz beginnt 10 Tage nach Impfung, die Schutzdauer beträgt mindestens 10 Jahre. Nach durchgemachter Infektion (auch inapparent) besteht lebenslange Immunität.

Gesetzliche Regelungen:
Meldepflicht bei Erkrankung und Tod.

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HEF, MG, 01.08.2012



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